Berlin

So argumentieren Sie gegen Corona-Impfgegner

Ann-Kathrin Just
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Von Ann-Kathrin Just
| 03.11.2021 06:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie kann man Impfskeptiker überzeugen? Foto: Christoph Schmidt/ dpa
Wie kann man Impfskeptiker überzeugen? Foto: Christoph Schmidt/ dpa
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Impfungen helfen, die Pandemie einzudämmen. Es mehren sich berühmte Impfskeptiker, wie Sahra Wagenknecht. Hier lesen Sie, wie Sie mit Bekannten diskutieren, die die Corona-Impfung ablehnen.

Die Inzidenz steigt. Auch die Hospitalisierungsrate. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte bei Anne Will vor dem Winter und dem Umgang mit Corona. Er diskutierte mit Marco Buschmann, Sahra Wagenknecht und Christina Berndt. Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht ist nicht geimpft und verteidigte den Fußballspieler Joshua Kimmich in der Talkshow. 

Aber was ist, wenn sich nicht nur Politikerinnen wie Wagenknecht oder Fußballspieler wie Kimmich nicht impfen lassen wollen, sondern auch Familie, Freunde oder Bekannte? Lesen Sie hier, welche Argumente in einem solchen Fall helfen könnten.

Argumente für die Diskussion mit Impfgegnern

Wenn Familie, Freunde oder Bekannte sich nicht impfen lassen und damit argumentieren, dass die Wirkung von Impfungen nicht in seriösen Studien nachgewiesen sei, dann hilft es, sich zu informieren. Nachzuschauen. Vielleicht auch gemeinsam. Denn, so schreibt es das Robert Koch-Institut (RKI), ein Impfstoff erhält nach geltendem Arzneimittelrecht nur dann eine Zulassung, wenn nachgewiesen ist, dass er auch wirksam und verträglich ist. 

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Wenn es dann weiter heißt, dass Impfstoffe nicht sicher schützten, stimmt das. Denn auch die besten Impfstoffe bieten keinen kompletten Schutz. Das aber sollte kein Argument gegen eine Impfung sein. Der Sicherheitsgurt im Auto bietet ja auch keine hundertprozentige Sicherheit bei einem Autounfall und dennoch schnallen wir uns an.

Und ja, man kann trotz Impfung erkranken. Keine einzige Impfung ermöglicht es, alle Geimpften zu schützen, so das RKI. Das ist auch bei Medikamenten der Fall. Allerdings können Impfungen die Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich senken.

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Wenn es heißt, dass Impfungen nicht langfristig schützten und ständig wiederholt werden müssten, sollte differenziert werden. Ob eine Impfung wiederholt werden muss oder nicht, ist von Impfstoff zu Impfstoff unterschiedlich, so das RKI weiter. „Wenn beispielsweise ein Kind im Rahmen der sogenannten Grundimmunisierung zweimalig eine Kombinationsspritze gegen Masern, Mumps und Röteln erhält, kann man davon ausgehen, dass der Immunschutz gegen Masern und Röteln tatsächlich ein Leben lang währt.“ Das ist bei den bisherigen Corona-Schutzimpfungen anders. Hier gehen die Experten davon aus, dass der Schutz aufgefrischt werden muss. Ähnlich wie bei einer Grippeschutzimpfung.

Erkrankungswahrscheinlichkeit deutlich senken

Wagenknecht hatte in der Talkshow gesagt, dass die Nebenwirkungen und Risiken von Impfungen unkalkulierbar seien. Allerdings ist auch eine Erkrankung von Covid-19 unkalkulierbar. Wenn also im Bekanntenkreis über eventuelle Nebenwirkungen gesprochen wird, dann ist wichtig zu erwähnen, dass Nebenwirkungen von Vakzinen unmittelbar auftreten. Wie auch bei allen anderen Impfstoffen kann es nach einer Impfung gegen das Coronavirus zu Nebenwirkungen kommen, so erklärt es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 

Vorübergehend können Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle, erhöhte Temperatur, Fieber, Kopfschmerzen oder grippeähnliche Symptome auftreten. Solche Reaktionen entwickeln sich aber, wenn sie dann auftreten, innerhalb weniger Tagen nach der Impfung und halten nur wenige Tage an.

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Wird behauptet, dass Menschen wegen einer Impfung sterben, sollte das mit Vorsicht betrachtet werden. Zwar sind in Deutschland 1254 Menschen nach einer Corona-Schutzimpfung gestorben. Das steht aber in keinem kausalen Zusammenhang, wie es das Paul-Ehrlich-Institut in einem Bericht vom 19. August 2021 schreibt.  Zum Vergleich: 55,5 Millionen Menschen sind in Deutschland geimpft.

Auch Jüngere können schwer erkranken

Argumentieren Freunde und Bekannte, dass das Durchmachen von Krankheiten für eine normale Entwicklung des Kindes wichtig sei und einen besseren Schutz als eine Impfung bewirke, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass im Zusammenhang mit Corona auch Jüngere schwer erkranken können. Nicht nur bei älteren Menschen, auch bei jüngeren können schlimme Krankheitsverläufe auftreten. Und sie können unter Langzeitfolgen leiden - schwere Erschöpfungszustände, anhaltende Atemnot oder neurologische Schäden („Long-Covid“).

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