Wiegboldsbur

Trainer-Rücktritt in Wiegboldsbur nach 2:10-Pleite

| | 01.11.2021 17:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Wiegboldsburer (weiße Trikots) präsentierten sich beim 2:10 gegen Eintracht Ihlow hilflos und überfordert. Foto: Bernd Wolfenberg
Die Wiegboldsburer (weiße Trikots) präsentierten sich beim 2:10 gegen Eintracht Ihlow hilflos und überfordert. Foto: Bernd Wolfenberg
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Wiegboldsburs Trainer Frank Conrads schmeißt nach der 2:10-Pleite in der Ostfrieslandklasse A gegen Ihlow hin – aber nicht ganz freiwillig. Mit seiner Entscheidung kam er einer Entlassung zuvor.

Wiegboldsbur Nach der historischen 2:10-Pleite gegen Eintracht Ihlow lief BSV-Vorsitzender Hange Ukena den langen Weg über den Rasen zur Trainerbank. Dort legte er dem Trainer Frank Conrads den Rücktritt nahe. Der Fußballtrainer wollte einer Entlassung zuvorkommen und willigte ein. „Seit Sonntag bin ich nicht mehr Trainer in Wiegboldsbur. Das Vertrauen seitens der Vereinsführung war wohl nicht mehr vorhanden“, sagt Conrads.

Der Entschluss, einen neuen Impuls in der Mannschaft zu setzen, sei aber bereits vor dem Spiel gegen Ihlow gefallen, sagt BSV-Vorsitzender Ukena. Selbst ein Sieg hätte nichts mehr an der Entscheidung des Vorstandes geändert. Bis zur Winterpause wird Fußballobmann Manfred Heyen das Ruder übernehmen. „Vielleicht können wir so noch ein paar Punkte in die Abstiegsrunde retten“, hofft Ukena auf baldige Besserung. Frank Conrads hätte nach eigenem Bekunden sehr gerne weitergemacht in Wiegboldsbur. Der BSV sei immer sein Herzensverein gewesen. Deshalb hatte er dem Südbrookmerlander Verein vor der diesjährigen Fußball-Saison auch die Zusage gegeben, obwohl er eigentlich kürzertreten wollte. Doch in Wiegboldsbur angekommen, merkte Conrads schnell, dass die Mannschaft in der Ostfrieslandklasse A nicht konkurrenzfähig ist. „Das habe ich auch mehrfach angesprochen. Doch eine Meldung in der Ostfrieslandklasse B ist vom Verein gleich abgelehnt worden. Die Spieler wären sogar mitgegangen“, sagt Conrads.

Hilflos und überfordert

So starteten die Südbrookmerlander in der A-Klasse und kassierten Woche für Woche heftige Niederlagen. Nach elf Spielen steht die Mannschaft immer noch mit null Punkten da, das Torverhältnis steht bei 18:67. Dem Argument, die Mannschaft sei zu schlecht für die A-Klasse, widerspricht Ukena. „Zwischendurch hat die Mannschaft das gut gemacht. Bei den Auswärtsspielen in Riepe und Ihlow wäre mehr drin gewesen“, glaubt der Vereinsvorsitzende. Doch nach den letzten Pleiten sei auch die Trainingsbeteiligung drastisch zurückgegangen.

Der Tiefpunkt dann am Sonntag. Bereits nach wenigen Minuten führte Eintracht Ihlow mit 2:0. Ein Debakel deutete sich bereits früh an. „Sie haben sehr stark gespielt, wir konnten leider keinerlei Akzente setzen“, so Conrads. Bis zur Halbzeit hielten die Wiegboldsburer noch einigermaßen mit, es stand „nur“ 1:4. Nach dem Wechsel spielte der neue Tabellenführer weiter munter nach vorne und schoss sechs weitere Tore. Der Gästestürmer Salihi machte die zweistellige Niederlage in der letzten Spielminute perfekt. Die Wiegboldsburer präsentierten sich wie in vielen bisherigen Partien – hilflos und überfordert. Für Conrads war es die erste zweistellige Pleite in seiner Trainerlaufbahn.

Trainersuche in der Winterpause

„Ich fand es ein wenig unglücklich, direkt nach Spielende auf mich zuzukommen“, sagt Conrads. Auch das Verhältnis zu seinen Spielern sei zu keinem Zeitpunkt zerrüttet oder angespannt gewesen. Nun legt Conrads zunächst eine schöpferische Pause ein, um dann irgendwann bei einem anderen Verein einzusteigen. „Ich würde gerne wieder auf den Fußballplatz“, so Conrads.

Der Verein will sich nun Zeit lassen bei der Trainersuche. Erst in der Winterpause will Ukena Gespräche führen. „Vielleicht können wir dann auch noch den ein oder anderen Spieler überzeugen, nach Wiegboldsbur zu wechseln“, so Ukena.

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