Marienhafe
Gemeindehaus Marienhafe: Nach „fast endlosem Kampf“ am Ziel
Das Gemeindehaus in Marienhafe wurde am Sonntag eingeweiht – der Weg bis zu diesem Tag war schwierig, erinnerte Pastorin Katrin Krüger. Die Veränderung im Kirchenvorstand war an diesem Tag kein Thema.
Marienhafe - Das neue Marienhafer Gemeindehaus ist am Reformationstag durch den Norder Superintendenten Dr. Helmut Kirschstein feierlich eingeweiht worden. Zuvor gab es die Gelegenheit, sich das neue Gebäude anzuschauen. In einem kleinen musikalisch untermalten Fotobeitrag mit dem Titel „Es war einmal… – so fangen alle Märchen an“ zeigte die Marienhafer Pastorin Katrin Krüger vor der Führung im Saal des Gemeindehauses den Beginn der Bauarbeiten im Februar.
Ihr Märchen habe mit „Es war einmal ein Gemeindehaus mit einem Riss in der Wand“ angefangen, so Katrin Krüger. Es habe viele Dinge gegeben, die dem Gemeindehaus im Wege gestanden hätten. Bei einem „fast endlosen Kampf“, vielen Entwürfen, Bergen an Papier, unzähligen Gesprächen, drei Kirchenvorständen und monatlichen Sitzungen seien viele Jahre ins Land gezogen, bevor es fertig geworden sei und nun in neuem Glanz erstrahle.
Langjährigen Politiker verbinden viele Erinnerungen mit dem Haus
Zahlreiche Marienhafer und Gäste von auswärts ließen es sich nicht nehmen, einen Blick in das Innere hineinzuwerfen. Unter ihnen auch Detert Feddinga, langjähriger CDU-Ratspolitiker der Gemeinde Südbrookmerland. Den Moordorfer verschlug es wieder einmal nach Marienhafe, weil er zu dem Gemeindehaus einen ganz besonderen Bezug hat.
„Ich finde es sensationell, wie das Gebäude umgebaut und erweitert worden ist, einfach wunderbar“, meinte Detert Feddinga. Er sei 1942 im Wohnhaus nebenan, im Schatten des Störtebekerturms, geboren worden und dort auch groß geworden. Seit 65 Jahren wohne er aber in Moordorf.
Was hier geschafft wurde, sei wunderbar
Als Kind war er ständig in dem Gebäude und habe dort mit den zehn Kindern von Pastor Elster gespielt. Damals ging er in dem Pastorenhaus ein und aus. Bei Bombenalarm hätten sie sich immer schleunigst in dem Keller dort verkrochen, erinnert sich der 79-jährige. Im oberen Teil des Hauses, vorne im Giebel, hätten seinerzeit noch Flüchtlinge mit Namen Turau gewohnt. Zu den Turaus habe er immer Verbindungen gehalten und nach wie vor Kontakt, sein bester Freund aus der Familie Turau sei leider im Frühjahr dieses Jahres verstorben.
Was hier geschafft wurde, sei wunderbar – auch, dass die Scheune wieder angebaut wurde, sagte Detert Feddinga. Eine nach seiner Ansicht ideale Lösung. Er bekannte, dass sich gegenüber früher einiges geändert habe, sodass er jetzt von dem alten Haus kaum noch etwas wiedererkenne.
82-jähriger Ebbel Janssen ist beeindruckt
Für Ebbel Janssen aus Marienhafe ist das neu hergestellte Gemeindehaus beeindruckend, man erkenne es nicht wieder. Vor allen Dingen gefalle ihm die Atmosphäre, die von dem Gebäude ausgehe, so der 82-jährige.
Viele Jahre hat Katharina de Groot im Kindergottesdienst der Kirche Marienhafe mitgearbeitet und ist auf Konfirmandenfreizeiten mitgefahren. Jetzt sei sie als angehende Religionslehrerin (Referendarin) an der Grundschule in Marienhafe tätig. Nach wie vor gäbe es eine tolle Kommunikation mit der Kirchengemeinde. Wenn sie ein offenes Ohr brauche oder eine Frage habe, dann sei sie dort immer an der richtigen Stelle.
Kirchenvorstandsvorsitzende überraschend zurück getreten
Für Marienhafe sei das Gemeindehaus ein Schmuckstück, sowohl von innen als auch von außen. Für die Außenwirkung sei es für den Ort ein Highlight, es werte ihn auf, meinte die 26-jährige Katharina de Groot begeistert.
Kirchenvorstandsvorsitzende Hildegard Barkhoff war kurz vor der Einweihung des Gemeindehauses überraschend von ihrem Amt zurückgetreten, das sie seit 2005 innehatte. Diese plötzliche Veränderung im Marienhafer Kirchenvorstand vor einigen Wochen war bei den Feierlichkeiten am Sonntagvormittag kein Thema. Niemand wollte sich näher zu den Umständen äußern.