Südbrookmerland

Nach Wechsel zur FWG: SPD-Fraktion fordert Rücktritt von Ex-Mitglied

Franziska Otto
|
Von Franziska Otto
| 22.10.2021 17:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die SPD-Fraktion im Südbrookmerlander Gemeinderat fordert von Sophia Ulferts-Dirksen, dass sie ihr Mandat abgibt. Symbolfoto: DPA
Die SPD-Fraktion im Südbrookmerlander Gemeinderat fordert von Sophia Ulferts-Dirksen, dass sie ihr Mandat abgibt. Symbolfoto: DPA
Artikel teilen:

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat fordert von Sophia Ulferts-Dirksen, ihr Mandat abzugeben. Ihr Vorgehen sei undemokratisch. Ein Vorwurf, der an der Ex-SPD-Ratsfrau abprallt.

Südbrookmerland - Auch zwei Tage nach dem Bekanntwerden über den Wechsel von Sophia Ulferts-Dirksen von der SPD zur Freien Wählergemeinschaft (FWG) hält die Empörung bei der SPD an. Sie fordern Ulferts-Dirksen nun in einer Mitteilung auf, ihr Mandat niederzulegen.

Ulferts-Dirksen habe ihr Mandat ausdrücklich den Wählern der SPD zu verdanken, heißt es. Deswegen müsse sie es der Partei zurückgeben. Mit dem Weggang Ulferts-Dirksens verliert die SPD einen Sitz im Gemeinderat und kommt nun auf neun. Die FWG gewinnt einen hinzu. Damit hat sie nun 13 Sitze. Der künftige Bürgermeister Thomas Erdwiens gehört ebenfalls den Freien Wählern an.

SPD wirft undemokratisches Verhalten vor

Das Vorgehen der EX-SPD-Ratsfrau sei undemokratisch, heißt es. „Hätten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Südbrookmerland Frau Ulferts-Dirksen im Rat gewollt, so hätte sie sicherlich ein Direktmandat erreicht und wäre nicht auf die Hilfe der Wählerinnen und Wähler der SPD angewiesen.“ Ulferts-Dirksen holte mit 272 Stimmen verhältnismäßig wenige für die Partei. „Sie erhielt ihr Mandat nur aufgrund ihres guten Listenplatzes auf der SPD-Liste.“ Dort stand sie auf dem zweiten Platz. Nun hintergehe sie die Wähler und verfälsche das Ergebnis.

Ähnliche Artikel

Die SPD-Fraktionsspitze unterstellt Ulferts-Dirksen, dass sie sich von der FWG habe kaufen lassen. In der vergangenen Wahlperiode besetzte die 62-Jährige den Vorsitz des Bauausschusses und des Rates. Dass sie diese beiden Positionen in der SPD wieder bekommt, ist unwahrscheinlich. Die Partei mit den meisten Sitzen schlägt in der Regel einen Kandidaten für den Ratsvorsitz vor. Darüber wird dann im Rat abgestimmt.

In SPD keine Chance auf Positionen

Den Vorsitz über den Bauausschuss hätte Ulferts-Dirksen in der SPD wohl ebenso verloren. Die FWG hatte als Wahlsieger das Erstzugrecht bei den Fachausschüssen und wählte den Bauausschuss. Als beste Kandidatin sieht die FWG Ulferts-Dirksen, wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ralf Geiken am Mittwoch den ON sagte.

Dass nach Bekanntwerden ihres Wechsels ordentlich gegen sie geschossen wird, damit habe sie bereits gerechnet, sagte Ulferts-Dirksen. „Auf solche Sachen und Behauptungen lasse ich mich gar nicht ein“, sagte sie den ON. Sie habe es nicht auf die zu vergebenen Posten abgesehen.

Eine Situation gab den Ausschlag

Warum sie die Fraktionen nur wenige Wochen nach der Kommunalwahl und kurz vor Beginn der neuen Wahlperiode wechselt, wollte Ulferts-Dirksen auch am Freitag nicht verraten. Schon am Mittwoch hüllte sie sich dazu in Schweigen. „Ich will keine schmutzige Wäsche waschen“, hatte sie gesagt.“

Der Entschluss, die SPD-Fraktion zu verlassen, sei ihr recht spontan gekommen, hatte Ulferts-Dirksen gesagt. Noch vor wenigen Wochen hatte sie nicht daran gedacht. Deswegen habe sie sich auch zur Schriftführerin der SPD ernennen lassen, sagte sie. Es habe in den vergangenen 14 Tagen jedoch eine Situation gegeben, die den Ausschlag für den Wechsel gab. Das habe nichts mit der SPD und ihren Positionen, sondern mit ihren persönlichen Schwerpunkten zu tun.

Dass sie die SPD-Wähler verrät, wie ihr die Fraktionsspitze vorwirft, findet Ulferts-Dirksen nicht. Sie habe schließlich nicht die Partei, sondern die Fraktion gewechselt. Sie stehe immer noch für dieselben Inhalte – nun aber in der FWG. „Ich werde durch meine Arbeit beweisen, dass es die richtige Entscheidung war“, sagte Ulferts-Dirksen.