Schwerin
Schüchtert die Schweriner Landtagsverwaltung den Informanten ein?
In einem Schreiben an den Greifswalder geht es hart zur Sache. Thomas Kerl soll demnach seine Angaben beweisen – oder es droht der Staatsanwalt.
Die Landtagsverwaltung soll dem Informanten in der angeblichen Affäre um Sex-Partys, Thomas Kerl, mit dem Staatsanwalt und zivilrechtlichen Schritten gedroht haben. In einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Sollten Sie bis zum 27.10. 2021 die von Ihnen verbreiteten Behauptungen nicht beweisen können, wird der Landtag Strafantrag wegen übler Nachrede/Verleumdung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Haussicherheitsdienstes bei der Staatsanwaltschaft stellen und Sie darüber hinaus zivilrechtlich mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung in Anspruch nehmen.“
Die Landtagsverwaltung äußerte sich auf Nachfrage bis zur Veröffentlichung dieses Beitrages nicht zur Authentizität des Schreibens.
In dem Schreiben heißt es weiter, dass die Vorwürfe „mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten“ geprüft worden seien. „Im Ergebnis dieser Überprüfungen konnten bislang keinerlei Belege für die Involvierung des Haussicherheitsdienstes des Landtages in die von Ihnen verbreiteten angeblichen Aktivitäten eines Landtagsabgeordneten festgestellt werden.“
Facebook-Video brachte Stein ins Rollen
Thomas Kerl ist Mitglied der AfD und als Kritiker des Landesvorstandes bekannt. Eines seiner Videos auf Facebook hatte den Stein ins Rollen gebracht. Dort beruft sich Kerl auf einen Brief an ihn und verweist auf Einträge auf einer Erotik-Internetseite, deren Wahrheitsgehalt sich derzeit nicht verifizieren lässt.
Weitere Informationen stammten laut dem Briefeschreiber von der Wache des Landtages: Dort erzähle man von „regelmäßig des Nachts veranstalteten Saufgelagen“ eines Parlamentariers, „zu denen auch leicht bekleidete Mädchen geladen worden sind“. Diese seien dann auf Bitten des Abgeordneten von der Wache durchgelassen worden. Im Raum steht sogar der Vorwurf, nicht nur Fraktionsräume, sondern auch der Plenarsaal sei mit Erlaubnis und unter den Augen des Landtags-Wachdienstes für Partys missbraucht worden.