Berlin
Fridays-For-Future stellt sechs Forderungen an die Regierung
Im Wahlkampf hatten sich die Grünen für eine „Klimaregierung“ eingesetzt. Die Fridays-For-Future-Aktivisten fordern nun von den Ampel-Parteien mehr Einsatz für den Klimaschutz – und haben dabei prominente Unterstützer.
Die Klimaaktivisten von Fridays For Future sind von den Ergebnissen der Sondierungsgespräche noch lange nicht überzeugt. Am Mittwoch stellten sie ihre Forderungen an eine neue Regierung auf einer Pressekonferenz vor. Gemeinsam mit Scientists For Future hat die Organisation sechs Punkte erarbeitet, die die Regierung in den ersten 100 Tagen umsetzen soll.
Luisa Neubauer, Fridays-For-Future-Aktivistin, sagte auf der Pressekonferenz: „Wir sprechen nicht von der Begrünung der Regierungsarbeit, wir sprechen von vollumfänglichen Systemveränderungen, die anstehen. Ein 'Weiter so' in ökoliberal ist zum Scheitern verurteilt.“
Die Forderungen der Aktivisten
Für die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad verlangen die Umweltschützer:
Druck auf die Parteien durch Proteste
Die Bewegung kündigt zudem eine weitere Demonstration an. Die Organisation ruft zu einem Klimastreik am 22. Oktober in Berlin auf, um „den Druck auf die Parteien weiter [zu] erhöhen.“
Zuvor hatte Fridays-For-Future zwei Tage vor der Bundestagswahl Demonstrationen in ganz Deutschland organisiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 620.000 Menschen deutschlandweit an den Protesten teil. In Berlin dabei war auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Für die kommende Aktion am Freitag sind der Berliner Polizei zufolge 10.000 Menschen angemeldet.
Fridays-For-Future ist eine globale Organisation, die sich für das Einhalten des Pariser Klimaabkommens einsetzt. Besonders Schüler und Studenten nehmen an den Demonstrationen teil und schwänzen aus Protest freitags den Unterricht. Entstanden ist die Bewegung durch Greta Thunberg. Die Schwedin hatte 2018 sich mit einem Schild, das die Aufschrift trug „Schulstreik für das Klima“, vor den Schwedischen Reichstag gesetzt. Immer mehr Menschen folgten ihrem Beispiel.
Kritik auch aus den eigenen Reihen
Auf Twitter fordert die Grüne Jugend mehr Engagement im Klimaschutz: „Im bisherigen Verhandlungsstand der Ampel kommt der Klimaschutz zu kurz.“ Die Grüne Jugend schließt sich den Forderungen von Fridays-For-Future an. Sie verlangen ein 1,5-Grad-konformes CO2-Budget, den Erdgassaustieg bis spätestens 2035 und einen „konsequenten“ und „sozialverträglichen“ Kohleausstieg bis spätestens 2030.
Was die Sondierungsgespräche ergaben
In den Sondierungsgespräche behandelte die Ampel-Parteien das Thema Klimaschutz und planten einige Maßnahmen. In den Koalitionsverhandlungen werden wohl noch offene Konfliktpunkte geklärt werden müssen.