Schwerin

Sex-Partys im Schweriner Landtag – was weiß die AfD?

Uwe Reißenweber
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Von Uwe Reißenweber
| 18.10.2021 19:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Landtag MV schlagen die Wellen hoch. Jetzt äußern sich SPD, CDU und Linke. Foto: Jens Büttner/dpa
Im Landtag MV schlagen die Wellen hoch. Jetzt äußern sich SPD, CDU und Linke. Foto: Jens Büttner/dpa
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Ein böser Verdacht steht im Raum. Wurden „Sex-Partys“ im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gefeiert? Die CDU fordert von der AfD Aufklärung.

Das ist kurz und bündig: „Nein“, lautet die Antwort der SPD-Fraktion im Landtag auf die Frage, ob denn einer ihrer Abgeordneten an Sex-Partys im Parlament teilgenommen hat. Auch die Linken fassen sich kurz: Keiner, sagt eine Fraktionssprecherin. Und fügt noch hinzu: „Im Übrigen erwarten wir, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird, um Schaden vom Parlament abzuwenden.“

„Wir nehmen die Hinweise ernst“

Es geht um hausinterne Recherchen der Landtagsverwaltung, über die unsere Redaktion am Montag berichtet hatte. Demnach geht die Parlamentsverwaltung derzeit Hinweisen wegen möglicher Sex-Partys eines Abgeordneten nach. „Wir nehmen die Hinweise ernst“, so Landtagsdirektor Armin Tebben. Ein früherer Beamter des Landeskriminalamtes, der zu seiner aktiven Zeit auch für den Landtag gearbeitet hat, sei mit der Recherche beauftragt worden. 

Zunächst Wachdienst im Fokus

Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) wurde von der Verwaltung in Kenntnis gesetzt. Im Raum steht der Vorwurf, nicht nur Fraktionsräume, sondern auch der Plenarsaal sei mit Erlaubnis und unter den Augen des Landtags-Wachdienstes von einem Abgeordneten für Partys missbraucht worden. Gegen Abgeordnete wird allerdings nicht ermittelt, im Fokus stehen erst einmal der Wachdienst und dessen Aussagen zum möglichen Geschehen.

Ein Video auf Facebook hatte den Stein ins Rollen gebracht. Hochgeladen wurde es von Thomas Kerl aus Greifswald, einer der führenden Köpfe der innerparteilichen Opposition in der Landes-AfD. Kerl zitiert aus einem Brief an ihn, in dem die Vorwürfe erhoben werden. Der Wahrheitsgehalt lässt sich derzeit nicht verifizieren. Namen werden nicht genannt.

CDU fordert Aufklärung von Seiten der AfD

Die CDU-Fraktion verneinte ebenfalls eine Beteiligung. Und wurde etwas ausführlicher als Linke und SPD: „Die AfD-Fraktion ist aufgefordert, schnellstens für Aufklärung zu sorgen und die richtigen Schlüsse aus dem Vorgang zu ziehen. Selbst dann, wenn der Vorgang sich nur teilweise bewahrheiten sollte, erscheint die AfD-Fraktion politisch in einem äußerst fahlen Licht“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Sebastian Ehlers. Ihre Rolle als glaubwürdige Opposition habe die AfD jedenfalls bereits verloren, noch bevor sich der Landtag überhaupt konstituiert habe.

Eine Antwort der AfD-Fraktion erreichte unsere Redaktion bislang nicht.

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