Osnabrück

Tierhaltung: Baustart für „Stall der Zukunft“ in NRW verzögert sich

Dirk Fisser
|
Von Dirk Fisser
| 18.10.2021 14:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Nordrhein-Westfalen sollen Schweineställe gebaut werden, die zeigen sollen, wie Tierhaltung in Zukunft aussehen könnte. Foto: Jörn Martens
In Nordrhein-Westfalen sollen Schweineställe gebaut werden, die zeigen sollen, wie Tierhaltung in Zukunft aussehen könnte. Foto: Jörn Martens
Artikel teilen:

Die Zukunft lässt noch auf sich warten: Das Land NRW liegt bei der Planung des Schweinestalls der Zukunft hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Trotz Schweinekrise soll aber an dem Millionenprojekt festgehalten werden.

Der vom Land Nordrhein-Westfalen geplante sogenannte Schweinestall der Zukunft verzögert sich. Martin Berges, Direktor der Landwirtschaftskammer in NRW bestätigte unserer Redaktion, dass man hinter dem ursprünglichen Zeitplan liege. 

„Es bestand die Hoffnung, dass dieses Jahr der Spatenstich erfolgen kann“, so Berges. Daraus werde nichts mehr. Zunächst soll der entsprechende Bauantrag in diesem Monat gestellt werden. „Bei zeitnaher Genehmigung könnten wir im Februar 2022 den Grundstein legen.“ Er gehe davon aus, dass dann Anfang 2023 die ersten Schweine in das Gebäude einziehen können. Berges sagte: „Das ist dann etwa ein Jahr später als ursprünglich gehofft.“

Ausschreibungen verzögern Baustart

Er verwies als Grund für die Verzögerungen darauf, dass die Kammer entsprechende Arbeitsschritte öffentlich ausschreiben müsse. „Die brummende Baukonjunktur macht es schwierig, Auftragnehmer zu finden“, so Berges. 

Die Gebäude für mehrere Hundert Tiere sollen auf dem Gelände des Versuchs- und Bildungszentrums „Haus Düsse“ entstehen und als Muster für den Umbau der Schweinehaltung in Deutschland dienen. Berges betonte, dass das mehrere Millionen Euro teure Projekt ungeachtet der allgemeinen Schweinepreiskrise wichtig sei um aufzuzeigen, wie Tierhaltung in Zukunft aussehen kann. 

„Niemand baut gerade einen Stall“

Allerdings sei die Lage derzeit schon dramatisch. Berges sagte: „Es baut derzeit niemand einen neuen Stall. Wir bekommen eher Signale das Tierhalter mittel- oder gar kurzfristig aus der Tierhaltung aussteigen werden.“ Etwa jedes vierte Schwein in Deutschland wird in Nordrhein-Westfalen gehalten. 

Besonders in Westfalen ist die Tierhaltung angesiedelt. Der dortige Bauernverband forderte jüngst angesichts der seit Monaten niedrigen Schweinefleischpreise eine Ausstiegsprämie für Landwirte, die ihre Ställe schließen wollen. 

Ähnliche Artikel