Brookmerland
Ein Quartett gegen die SPD
Vier Gruppierungen wollen im Brookmerlander Samtgemeinderat künftig zusammenarbeiten und ein Gegengewicht zu den Genossen bilden – zwei weitere legen sich noch nicht fest.
Brookmerland - Wenige Wochen vor der konstituierenden Sitzung des neuen Samtgemeinderates klären sich im Brookmerland die künftigen politischen Fronten. Demnach wird dem 13-köpfigen Lager aus SPD und ihrem Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels ein gleich großes Quartett von vier Parteien und Gruppen gegenüberstehen. CDU, Brookmer Wählergemeinschaft (BWG), Bündnis für Brookmerland (BfB) und Soziale Einheitsliste Brookmerland (SEB) werden im neuen Rat eine Gruppe bilden.
Das bestätigte am Mittwoch CDU-Fraktionschef Harald Tammen auf Anfrage. Darauf habe man sich bei einem Treffen am Dienstag grundsätzlich verständigt, sagte er. „Jetzt geht es an die Feinabstimmung“, so Tammen. Heißt: Gruppensprecher und Mitglieder für Ausschüsse müssten noch benannt werden.
Vorteile erhofft
Von der Gruppenbildung erhoffe man sich eine bessere Ausgangslage, wenn es um die Zuteilung der Ausschusssitze gehe. Auch finde eine große Ratsgruppe besser Gehör als jede Gruppierung für sich allein.
Beide vielen Themen, wie beispielsweise Sportplatz oder Verkauf von Awo-Wohnanlage und Bahnhof, gebe es große Schnittmengen, seien die Standpunkte identisch. Das wolle man betonen. „Wir wollen mit einer starken Stimme sprechen“, sagte Tammen. Was aber nicht bedeute, dass nicht jede einzelne Gruppierung ihr Profil aufgeben müsse oder es hier und da nicht auch Meinungsverschiedenheiten geben werde.
Das wollen die Grünen
Nicht zu der neuen Ratsgruppe gehören werden die Grünen, die mit Jens Albowitz und Renate Erdt wieder zwei Sitze im Rat haben werden und bisher zur Ratsmehrheit zu zählen waren. Wie stellvertretender Fraktionssprecher Albowitz auf Anfrage mitteilte, wollen er und seine Fraktionskollegin zunächst abwarten und sich nicht grundsätzlich einem Lager anschließen.
„Wir schauen mal, wohin die Reise geht, wie sich die Themen und politischen Beratungen entwickeln werden“, sagte Albowitz. Er hofft auf eine neue Debattenkultur und eine weniger „giftige Atmosphäre“ im Rat, zu der auch die neu gewählten Mitglieder beitragen könnten.
Das hat „Moin“ vor
Einen generellen Anschluss wollen bisher auch die drei Ratsmitglieder der neu gegründeten Wählergruppe „Moin“ vermeiden. Beobachter verorten sie nach wie vor eher in der SPD-Ecke, wogegen sich der designierte Moin-Fraktionssprecher Hajo Janssen wehrt. Noch seien nicht alle Gespräche geführt, hieß es. Man werde sich aber nach derzeitigem Stand der Dinge weder grundsätzlich dem einen noch dem anderen Lager anschließen, sagte er am Mittwoch auf Anfrage.
„Wir sind angetreten, weil wir frustriert waren von der Art, wie das bisher ablief“, erinnert Janssen. Man wolle sachorientiert entscheiden und sich dem anschließen, was man inhaltlich gut finde, sagte der Moin-Sprecher. Er und seine beiden Fraktionskollegen gingen die Dinge „unvoreingenommen“ an, sagte Janssen.