Hamburg

Wenn der Dorsch nicht mehr mitspielt

Karolina Meyer-Schilf
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Von Karolina Meyer-Schilf
| 11.10.2021 13:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sollen sich künftig lieber weiter fortpflanzen, als in Kisten und in Mägen zu landen: Ostseedorsche. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix
Sollen sich künftig lieber weiter fortpflanzen, als in Kisten und in Mägen zu landen: Ostseedorsche. Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix
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Von wegen „Brotfisch“: Die Zeiten, in denen Dorsch und Hering einen ganzen Berufsstand sicherten, sind schon lange vorbei.

Es nützt ja nunmal nichts: Was nicht da ist, kann man auch nicht fangen. Erstmalig sind in der westlichen Ostsee Hering und Dorsch gleichermaßen in Gefahr. Zwei „Brotfische“ seien das, heißt es immer so schön - dabei sind die Zeiten, in denen Hering und Dorsch einen ganzen Berufsstand sicherten, schon lange vorbei. 

Nur 400 Fischer gibt es noch an der deutschen Ostseeküste, ohne Subventionen könnte keiner von ihnen mehr seinen Beruf ausüben. Mittlerweile gibt es sogar Abwrackprämien für ihre Kutter. Braucht es noch mehr Hinweise darauf, dass das ein sterbendes Geschäftsmodell ist? 

Schuld daran sind die Fischer allerdings genau so wie die EU mit ihren jahrelang zu hohen Fangquoten und die Verbraucher mit ihrem unstillbaren Appetit auf Fischbrötchen, Pannfisch & Co. Denn Fischer sein, das heißt nicht nur aus dem Vollen zu schöpfen, so viel irgend geht. Verantwortlich fischen, das bedeutet auch: Die Ressource zu schonen, von der man lebt. Das ist in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich nicht ausreichend passiert. 

Und auch wenn es nie immer nur eine Ursache gibt und die Fisch-Misere der EU auch eine Föderale ist: Mit dem Finger auf andere zu zeigen, nützt jetzt niemandem mehr. Wenn der Dorsch nicht mehr mitspielt, sind auch die Ostseefischer schachmatt. 

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