Großefehn
Überraschung im Rat: Defizit der Gemeinde sinkt
Im Haushaltsplan waren es noch 1,9 Millionen Euro. Das Minus schwindet nun um rund eine Millionen, vielleicht mehr. Für die positive Entwicklung gibt es mehrere Gründe.
Großefehn - Wenn jemand eine Bombe platzen lässt, verheißt das selten etwas Gutes. Aber die, die Großefehns Bürgermeister Erwin Adams am Donnerstagabend im Rat der Gemeinde Großefehn platzen ließ, sorgte für gute Laune bei den Anwesenden im Saal. Das Defizit der Gemeinde im Haushalt fällt deutlich geringer aus, als am Anfang des Jahres angenommen.
Verabschiedet wurde der Haushalt mit 1,9 Millionen Euro Defizit. Trotz Corona zu viel. Die Aufsichtsbehörde legte die Daumenschrauben an, drohte mit Haushaltssperre. Die Gemeinde erklärte daraufhin Steuern zu erhöhen.
Minus unter einer Million
Nun hat sich das Blatt gewendet. Der Rathauschef rechnet derzeit damit, dass sich der Fehlbetrag im sechsstelligen Bereich bewegen wird. Die Gemeinde hätte also mindestens eine Millionen Euro mehr einnehmen können als zunächst gedacht.
Gleich mehrere Quellen sprudelten deutlich üppiger als angenommen. Adams erklärte, dass es Mehreinnahmen durch die Einkommensteuer, die Gewerbesteuer und die Schlüssel Zuweisung gab. Auch im Tourismus sei es gut gelaufen.
Pandemie wirkt sich auf Hauhalt aus
Wie schon 2020 sorgte Corona für ein dickes Minus in der Kasse Großefehns. Das wurde bei der Vorstellung des Haushalts Ende März deutlich. Bürgermeister Erwin Adams verwies damals auch darauf, dass es zahlreiche Pflichtaufgaben zu bewältigen gibt, die man erledigen und finanzieren müsse. Daraus resultiert auch, dass es wohl kaum Einsparpotenzial gibt. Demnach könne zur Minderung des Minus nur noch der Hebel Erträge angewendet werden.
Bei einem Fehlbetrag von knapp zwei Millionen Euro war aber auch klar: Eine Möglichkeit zum Ausgleich, des Haushalts gibt es nicht. Das stellte die Verwaltungsleitung klar. Die Gemeinde hat Einnahmen von 26 Millionen Euro, aber Ausgaben von 28 Millionen.
Planung während des ersten Lockdowns
Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Großefehn vorsorglich die Finanzen eher pessimistisch geplant. Beispielsweise hatte die Verwaltung im Tourismusbereich komplett ohne Einnahmen gerechnet.
Als der Haushalt der Gemeinde beschlossen wurde, befand man sich im ersten Lockdown und es war ungewiss, wie es weitergehen würde. Schlussendlich fiel das Defizit dann deutlich niedriger aus, als angenommen, diese Strategie verfolgt die Gemeinde auch in diesem Jahr.