Osnabrück
Theaterfinanzierung: Wie wichtig ist Kultur in Niedersachsen?
Die geplanten Einschnitte bei der Theaterfinanzierung durch das Land Niedersachsen stehen in einer unguten Tradition - und das sogar in mehrfacher Hinsicht.
Theater bangen ums Geld - wieder einmal, muss man leider sagen. Alle zwei, drei Jahre sitzen die Verwaltungsdirektoren mit Vertretern des Landes zusammen und feilschen um Verträge. Und immer schwingt die Sorge mit, das Land könnte seinen Anteil an der Finanzierung so weit zurückschrauben, dass die Theater in ihrer Substanz beschädigt werden.
Dabei sind die Theater in gewissem Sinne Krisengewinnler: Durch die Kurzarbeit konnten sie sich finanzielle Polster anlegen, weil ein Teil der Personalkosten übers Kurzarbeitergeld vom Staat übernommen wurde. Doch genau damit liefern sie den Finanzpolitikern das Argument, zwei Jahre lang mit der Übernahme der Tarifsteigerungen auszusetzen. Angesichts der Löcher, die Corona in die öffentlichen Haushalte geschlagen hat, erscheint das sogar nachvollziehbar. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten fügt sich das Vorgehen in ein nicht ganz so schönes Gesamtbild.
Die Kultur hat es nämlich schwer in Niedersachsen. Beispiel Coronahilfen: Da gab es im Nachbarland Nordrhein-Westfalen ein Stipendien-Programm für soloselbständige Künstler mit einem Gesamtvolumen von 195 Millionen Euro. In Niedersachsen: zwei Millionen Euro. Und generell hat die Krise offenbart: Wer als Kulturschaffender in Niedersachsen lebt, hat ein schlechtes Los gezogen. Jetzt bekommen das die kommunalen Theater zu spüren.