Aurich
Verkaufsoffener Sonntag: Verdi lässt Carolinenhof ausschließen
Am 10. Oktober soll in Aurich der Heidemarkt mit verkaufsoffenem Sonntag stattfinden. Nun drohte die Gewerkschaft Verdi, die Veranstaltung komplett zu stoppen.
Aurich - Der verkaufsoffene Sonntag zum Heidemarkt in Aurich wird kleiner als zunächst geplant. Denn die Läden des Einkaufscenters Carolinenhof werden an dem Tag nun doch nicht ihre Türen öffnen. Auf Druck der Gewerkschaft Verdi hat die Stadtverwaltung ihre bereits erteilte Genehmigung für den Heidemarkt geändert. Das teilt Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, auf ON-Anfrage mit.
Ein Leipziger Anwalt der Gewerkschaft habe sich bei der Stadt Aurich gemeldet. Grundsätzlich würde der Heidemarkt genehmigt, so der Tenor des Schreibens. Der Carolinenhof jedoch werde in Frage gestellt, da er räumlich nicht in Beziehung zur Innenstadt stehe, so die Begründung. Der Anwalt hat laut Udo Hippen empfohlen, den Carolinenhof aus der Genehmigung herauszunehmen. Dann werde er der Gewerkschaft Verdi von rechtlichen Schritten gegen die Stadt abraten.
Stadt hat Genehmigung nach Rücksprache mit Kaufleuten geändert
Heißt auf Deutsch: Sollte die Stadt Aurich an ihrer Genehmigung auch für den Carolinenhof festhalten, wäre der gesamte verkaufsoffene Sonntag in Gefahr. Denn rechtlich, so die Einschätzung der Stadtverwaltung, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Verdi den gesamten Heidetag verhindern könnte. Das sagt Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage.
„Wir haben daher in Absprache mit dem Kaufmännischen Verein die Genehmigung abgeändert“, so Stromann. Denn es sei vor allem darum gegangen, den Pflanzenhändlern diesen Tag zu ermöglichen, so Udo Hippen. „Von denen ist die Ware bereits geordert worden extra für diesen Sonntag.“ Es wäre ein finanzielles Desaster, wenn dann nicht geöffnet werden dürfte.
Anfang September durfte der Carolinenhof noch mitmachen
Merkwürdig dabei ist, dass noch Anfang September, beim Kinder- und Familientag, der Carolinenhof durchaus zur Innenstadt gezählt worden ist und die Läden dort auch mit dem Segen der Gewerkschaft öffnen durften. Dazu habe die Gewerkschaft sich nicht äußern wollen, sagt Stromann. Er macht aber deutlich, dass die Stadt sich bemühen werde, für die Zukunft bessere Lösungen zu finden. Denn die Innenstadt entwickle sich und wachse mit ihren Angeboten über den Innenstadtring hinaus. Beispiele seien eben der Carolinenhof und demnächst auch das Angebot auf dem Kaufhallengelände. Diese beiden Bereiche würden auch durch das Cima-Gutachten zur Innenstadt gezählt. „Und wenn auf dem VOST-Gelände am Wallster Weg etwas entsteht, ist das auch noch Innenstadt“, so Stromann. Deswegen wolle die Verwaltung möglichst bald Vertreter der Gewerkschaft einladen, um ihnen die Stadt zu zeigen.
Ein Punkt, den Hippen unterstreicht. Durch die Haltung der Gewerkschaft werde jede Innovation erstickt, Neues könne nicht entstehen. Er stellt sich völlig absurde Situationen beim Heidemarkt vor. „Dann kommen Leute von außerhalb, parken im Carolinenhof und gehen an geschlossenen Geschäften vorbei in die Innenstadt zum Einkaufen.“
Der zuständige Gewerkschaftssekretär von Verdi war für eine Stellungnahme am Montagnachmittag nicht zu erreichen.