Hannover

Niedersachsen will Maskenpflicht für Klasse 1 und 2 aufheben

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 16.09.2021 11:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kinder der Klassen eins und zwei brauchen im Unterricht ab Mitte kommender Woche keine Masken mehr zu tragen. Foto: Marijan Murat/dpa
Kinder der Klassen eins und zwei brauchen im Unterricht ab Mitte kommender Woche keine Masken mehr zu tragen. Foto: Marijan Murat/dpa
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Am kommenden Mittwoch soll in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung in Kraft treten. Sie enthält einige Neuerungen, zum Beispiel bei der Maskenpflicht an Schulen.

Schüler der Klassen eins und zwei können im wahrsten Sinne aufatmen: Sie brauchen wohl künftig im Unterricht keine Masken mehr zu tragen, solange sie sich an ihrem Sitzplatz befinden. So jedenfalls sieht es der Entwurf der neuen Corona-Verordnung vor, der unserer Redaktion vorliegt. Das neue Regelwerk befindet sich derzeit in der Abstimmung mit den Kommunalen Spitzenverbänden, soll am Mittwoch, 22. September, in Kraft treten und bis Mittwoch, 20. Oktober, gelten - exakt fünf Wochen also. Da es sich um einen ersten Entwurf handelt, sind noch Änderungen möglich.

Weitere Masken-Lockerungen nach den Herbstferien?

Wann die Maskenpflicht für die anderen Klassen gelockert wird, ist noch nicht klar. Denkbar ist, dass je nach Infektionsverlauf nach den Herbstferien weitere Schüler von der Pflicht, im Unterricht eine Maske zu tragen, entbunden werden. „Wir haben immer auch gesagt, dass wir die Schutzmaßnahmen wieder lockern werden, sobald dies möglich ist - Schritt für Schritt. Gerade bei den Erst- und Zweitklässlern muss es zügig Erleichterungen geben - in diesen Jahrgängen kommt es im Unterricht ganz besonders auf ungehindertes Sprechen, Sprachbildung und Mimik an“, erklärte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) auf Nachfrage unserer Redaktion.

Oberverwaltungsgericht bestätigt Maskenpflicht an allen Schulen

Unterdessen hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die derzeit ausnahmslos für alle Schüler geltende Maskenpflicht in Schulgebäuden in Niedersachsen bestätigt. Der Schutz vor Überlastung des Gesundheitssystems rechtfertige zurzeit noch die generelle Maskenpflicht in Schulgebäuden.

In der Woche nach den Herbstferien tägliche Tests für Schüler

Derweil soll die aktuelle Regelung von drei wöchentlichen Corona-Schnelltests für Schüler bis zu den Weihnachtsferien bestehen bleiben. Ungeimpfte Schüler fallen damit auch nicht unter die 2G-Regel und brauchen laut Verordnung normalerweise auch keine gesonderten Tests vorzulegen, weil sie durch die vorgeschrieben regelmäßigen Tests morgens vor der Schule als dauerhaft getestet gelten. Diese Regelung soll auch in den Herbstferien fortbestehen. Für die Woche nach den Herbstferien sind noch einmal tägliche Tests für Schüler vorgesehen.

Krankenhausbelegung wird zum Leitindikator

In dem Verordnungsentwurf ist von drei Warnstufen die Rede. Erreicht ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die höchste Stufe, benötigen Ungeimpfte einen PCR-Test für Bereiche, die mit einer Testpflicht verbunden sind. Für einen Wechsel von einer Corona-Warnstufe in die nächsthöhere muss laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) künftig der entsprechende Leitwert bei dem Krankenhausindikator erreicht sein - hinzukommen müsse dann ein weiterer Indikator, entweder die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen oder der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen, erläuterte Behrens am Donnerstag im Sozialausschuss des Landtages.  Daneben werde auch die 50er Inzidenzschwelle beibehalten, ab der der Zutritt für bestimmte Bereiche auf Genesene, Geimpfte und Getestete (3G) beschränkt werden soll.

Die Lage in den Kliniken

Die Inzidenz der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patientinnen und Patienten in Niedersachsen stieg am Donnerstag erneut geringfügig von 4,6 auf 4,7. Die Intensivbetten-Belegung mit Covid-19-Kranken sank dagegen leicht auf 5,5 Prozent der Gesamtkapazität, nach 5,7 Prozent am Vortag. Damit bleibt in dieser Kategorie der Schwellenwert von fünf Prozent für die erste Warnstufe überschritten, weitere Schwellenwerte sind zehn Prozent und 20 Prozent.

Keine Masken und kein Abstand bei 2G

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte diese Woche im Landtag bereits angekündigt, dass mit der sogenannten 2G-Regel künftig in weiteren Bereichen die Maskenpflicht und das Abstandhalten wegfallen sollen - etwa in Gastronomie, Kultur und Sport.

2G steht auch in Bremen zur Debatte

Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betonte am Donnerstag, anders als bislang könne man sich durchaus vorstellen, dass in einigen Bereichen, etwa in der Gastronomie, in Clubs und in Konzerten, von der sogenannten 3G-Regelung abgewichen und dort 2G ermöglicht werde. Dies bedeute dann auch, dass sich Betreiber von bestimmten Beschränkungen lösen könnten, wenn sie nur noch Geimpften und Genesenen den Zutritt erlaubten.

Corona-Inzidenz in Niedersachsen erneut leicht gesunken

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen flaut weiterhin leicht ab. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Donnerstag im Landesdurchschnitt bei 65,6 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner steckten sich binnen einer Woche neu mit dem Virus an. Am Mittwoch hatte der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 68,3 gelegen. In Bremen sank die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag auf 112,8 nach 114,1 am Vortag. Das kleinste Bundesland hat damit aber weiterhin den höchsten Wert unter den Bundesländern.

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