Upgant-Schott
Upgant-Schott: Schlechte Ernte durchkreuzt Pläne
Erneut muss die Premiere eines Apfelfestes in Upgant-Schott verschoben werden – doch das hat mal nicht mit Corona zu tun.
Upgant-Schott – Erneut müssen die Verantwortlichen des Heimatvereins Schottjer Dreesche die Premiere ihres Apfelfestes im „Dreescher Appeltuun“ verschieben. Ausnahmsweise ist aber nicht die Corona-Pandemie der Grund dafür. Der liegt in den Erntekörben, oder eben auch nicht. Das für den 25. September geplante Fest müsse abgesagt, weil der diesjährige Ertrag nicht ausreiche, teilte Vereinssprecherin Anita Freese mit. Demnach fällt die Apfelernte in diesem Jahr bescheiden aus.
„Es lohnt nicht, die Aktion zu starten“, sagte Vitus Sieverding, Vereinsmitglied und Mitinitiator „Dreescher Appeltuun“ auf Anfrage. Es seien zu wenige Früchte da, um sie den Leuten anzubieten. Man erlebe das Gegenteil zum vergangenen Jahr, so Sieverding.
Damals trug das Projekt „Appeltuun“ buchstäblich erste Früchte: In dem naturbelassenen Obstgarten in der Sikahammer Fenne in Upgant-Schott trafen sich Mitglieder des Heimatvereins zur Ernte. Geplant war damals, die Apfelernte mit einem Apfelfest am Ellernhus abzuschließen. Doch daraus wurde nichts. Die öffentliche Veranstaltung musste wegen der anhaltenden Corona-Pandemie abgesagt werden.
Normal ist in diesem Jahr nichts
Die geernteten Äpfel wurden gleichwohl verteilt. Kistenweise wurden sie vor das Vereinsheim Ellernhus gestellt. Das kostenlose Angebot fand großen Zuspruch. Viele bedienten sich und nahmen von dem Obst mit nach Hause. Zusätzlich durfte im „Dreescher Appeltuun“ auch für den Eigenbedarf selbst gepflückt werden. Wer davon Gebrauch machen wollte, dem wurde geraten, ein bisschen weiter in den „Appeltuun“ hineinzugehen. Die Bäume dort tragen noch reichlich. Normalerweise.
Doch normal ist in diesem Jahr scheinbar nichts. Selbst Experten wie Hobby-Pomologe Sieverding stehen vor einem Rätsel und geraten in Erklärungsnot. „So wenige Äpfel sind schon außergewöhnlich“, sagte der 69-jährige pensionierte Lehrer, der auch Streuobstwiesen in der Stadt Norden betreut. Auch dort liege der Ertrag deutlich unter denen der Vorjahre. Er könne sich das auch nicht erklären.
Im Frühjahr sei es während der Apfelbaumblüte noch sehr kalt und viele Insekten noch nicht unterwegs gewesen, unternimmt Sieverding den Versuch einer Herleitung. Ungewöhnlich spät habe es noch Fröste gegeben. Vielleicht sei das der Grund. Möglicherweise liege der aber auch darin, dass einige Bäume alternieren, wie Sieverding sagte. Heißt: Ein Jahr tragen sie reichlich, ein Jahr weniger. Merkwürdig findet der Schottjer, dass die Erträge anderer Obstsorten wesentlich besser seien. „Quitte ist super und Pflaume auch“, berichtet Sieverding und betont immer wieder, dass er die finale Erklärung dafür nicht habe. „Natur ist eben Natur“, sagt er und hofft, dass die Situation im nächsten Jahr wieder eine bessere ist und dann auch endlich das Apfelfest, wie geplant, stattfinden könne.
Der „Appeltuun“ ist ein pomologisches Kleinod. Mehrere Hundert rund 30 Jahre alte Apfelbäume stehen dort. Wie mehrfach berichtet, hat der Heimatverein das rund zwei Hektar große Grundstück mit altem Obstbaumbestand von der Gemeinde gepachtet. Seit vergangenem Jahr steht am Eingang des Apfelgartens ein Hinweisschild. Darauf sind neben Verhaltensregeln, die Besucher zu beachten haben, Informationen zu den Obstsorten sowie zur artenreichen Fauna und Flora des Geländes zu lesen.