Manchester

Warum die Briten Ronaldos ManUnited-Heimkehr nicht live im TV sehen dürfen

Daniel Benedict
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Von Daniel Benedict
| 10.09.2021 18:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
TV-Blackout: In Großbritannien wird Ronaldos Heimkehr-Debüt nicht live im Fernsehen gezeigt. Foto: imago-images/INPHO/Ryan Byrne
TV-Blackout: In Großbritannien wird Ronaldos Heimkehr-Debüt nicht live im Fernsehen gezeigt. Foto: imago-images/INPHO/Ryan Byrne
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Heute spielt Cristiano Ronaldo zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder für Manchester United. In Deutschland läuft das Spiel auf Sky. Nur die Briten dürfen es nicht im Livestream sehen. Warum?

Nur 15 Sekunden dauert das Video, in dem Manchester United die Heimkehr seines Stars Cristiano Ronaldo zelebriert. Seit Donnerstagabend ist es im Netz. Und binnen Stunden, schreibt der Branchendienst „Meedia“, wurde der Film auf Facebook, Twitter und Instagram zehn Millionen Mal abgespielt.

So dringend also wollen die Fans ihren Ronaldo wieder im Old-Trafford-Stadion sehen! Die bittere Pointe: Ausgerechnet für die Briten bleibt es erstmal beim Instagram-Video. Nach zwölf Jahren bei Real Madrid und Juventus Turin spielt Ronaldo heute zum ersten Mal wieder für ManU. In Deutschland kann man das Heimkehr-Debüt live auf Sky ansehen. In Manchester aber bleiben die Bildschirme schwarz. Hier gilt der sogenannte „TV-Blackout“. Das schreibt der britische „Independent“.

Mehr zum Thema: Ronaldos United-Rückkehr: So hoch war die Ablöse

Was ist der Fußball-TV-Blackout?

Im United Kingdom darf samstags zwischen 14.45 Uhr und 17.15 Uhr nämlich kein Live-Fußball gezeigt werden. Dahinter steckt eine Regel der Football Association, die wohl schon seit den 60ern besteht. Mit ihr, so erklärt es der „Independent“, will der Verband sicherstellen, dass englische Fans auch die Amateurfußballer im Stadion unterstützten, statt vom Sofa aus die Profis anzuhimmeln. Als die Partie von ManU gegen Newcastle geplant wurde, wusste noch niemand, dass es Ronaldo wieder da sein würde und jeder das zusehen will. Deshalb fällt die Partie in die Sendepause.

Muss man mit den Fans Mitleid haben, die am Samstag 90 Minuten lang nichts anderes zu sehen kriegen als Ronaldos Instagram-Video? Natürlich nicht. Seine Social-Media-Posts sind ja ganz einfach sehr gut. Gerade erst hat die „Bild“ berichtet, dass Ronaldo mit einem einzigen Instagram-Foto bis zu 1,3 Millionen Euro verdient. Entsprechend hochwertig werden seine Botschaften an die Fans produziert.

Ronaldo gibt uns was zurück!

Die Sneakers zum Beispiel, die Nike ihm im Februar zum Geburtstag geschickt hatte, pflückt Ronaldo im Unboxing-Video statt aus Schuhkartons aus dem goldenen Futteral einer Kunstleder-Schatulle. In weihevoller Andacht hebt er den Daumen dazu und dankt den Fans für ihre langjährige Unterstützung. Jetzt möchte er ihnen was zurückgeben, notiert der tiefgerührte Star - und zwar: „die Möglichkeit, euch euren eigenen CR7 AF1 individuell zu gestalten“. Wahnsinn, danke!

Und es ist ja nicht nur die Werbung! Ronaldos Familienfotos sind heißer als eine CR7-Unterhose und schärfer als die Fensterglasbrillen, die er designt. Wenn Ronaldo im Höschen mit seinen Kindern posiert, glänzt der Sixpack so lockend, dass man sich sogar als Mann sofort von ihm schwängern lassen möchte.

Emotional wie Arnolds Terminator

Am allerschönsten bleibt aber der doch der neue Clip zur Heimkehr nach Manchester. Wie der Held hier ins menschenleere Stadion einläuft und eine nicht vorhandene Menschenmassen umarmt, das hat Klasse. Das charmante Watscheln der Fußballerbeine gleicht eine geschickte Kameraführung mit Untersichten aus, die Ronaldo zum Riefenstahl-Gott überhöhen.

„Home is where the heart is“, schreibt der Verein dazu. Wobei nicht ganz klar ist, ob Ronaldo wirklich ein Herz hat oder eine unvollkommen getarnte Maschine. Das „Come home!“, mit dem der Clip endet, klingt jedenfalls verdächtig nach Terminator.

Das authentische Video von Ronaldos ersten Sekunden daheim wurde übrigens - so viel Zeit muss sein! - in mehreren Versionen gedreht. Eine im Hochformat für die Handynutzer. Allen gemeinsam ist ein donnerndes Jubelgeschrei, das schlecht zu der gähnenden Leere im Stadion passt. Entweder stammt es vom Band. Oder die Beifallsstürme sind so tief in Ronaldos Ego verankert, dass sie ihm zu den Ohren schon wieder rauskommen.

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