Aurich

Schülerbetreuung auf hohem Niveau

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 09.09.2021 20:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Grundschule Upstalsboom hat kein Ganztagsangebot. Aber es gibt nebenan den Hort der Kita Upstalsboom. Archivfoto: Romuald Banik
Die Grundschule Upstalsboom hat kein Ganztagsangebot. Aber es gibt nebenan den Hort der Kita Upstalsboom. Archivfoto: Romuald Banik
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Einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung soll es ab 2026 für Grundschüler geben. Kommunen im Landkreis Aurich sehen dem Gesetz des Bundes gelassen entgegen.

Landkreis Aurich - Auf den letzten Drücker vor der Bundestagswahl haben Bund und Länder einen Kompromiss zur Betreuung von Grundschulkindern gefunden. Ab 2026 beginnend sollen die Schüler täglich bis zu acht Stunden garantiert betreut werden. Die Unterrichtszeit soll darauf angerechnet werden. Auf viele Kommunen in Deutschland kommt durch diesen Beschluss Arbeit zu. Denn die Infrastruktur muss geschaffen werden, um Kinder im Ganztag zu betreuen.

Was genau getan werden muss, steht allerdings noch nicht überall fest. In der Gemeinde Südbrookmerland soll nun zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Das teilte Arno Janssen, stellvertretender Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung, auf ON-Anfrage mit. Vier der fünf Grundschulen in Südbrookmerland bieten bereits an mindestens zwei Tagen pro Woche den Ganztag bis 15.30 Uhr an. Die Grundschule tom-Brook ist auf dem weg, auch nachmittags eine Betreuung zu etablieren. „Da laufen weiterführende Gespräche“, so Janssen. Für den gesetzlichen Anspruch ab 2026 müssten dennoch Investitionen getätigt werden. So gebe es nicht überall Mensen.

Ihlower Bürgermeister fürchtet Mangel an Erziehern

Gelassen sieht hingegen Ihlows Bürgermeister Johann Börgmann der neuen Verpflichtung entgegen. Denn alle vier Grundschulen der Gemeinde sind bereits Ganztagsschulen. Die Verpflegung der Schulkinder sei daher kein Problem, sagt er auf ON-Anfrage. Das Essen müsste dann eben an fünf statt an drei Tagen geliefert werden. „Ich fürchte aber, bei den Räumlichkeiten könnte etwas auf uns zu kommen.“ Denn schon jetzt dürften Klassenräume nicht für die Betreuung genutzt werden. Unter Umständen müssten also neue Zimmer errichtet werden. Schwer zu schätzen sei, ob es im ländlichen Raum auch am Freitagnachmittag noch Betreuungsbedarf gebe, so Börgmann. „Bedarfe ändern sich schlagartig, das haben wir bei den Krippen gesehen.“ Das größte Problem werde sein, geeignete pädagogische Kräfte für die neuen Angebote zu finden.

In der Gemeinde Großefehn ist Frank Cramer als Fachbereichsleiter zuständig für die Grundschulen in der Gemeinde. „Wir sind da ganz entspannt“, sagt er auf ON-Anfrage. Denn auch in Großefehn sind alle vier Grundschulen bereits als Ganztagsschulen eingerichtet. Räumlich seien daher keine Investitionen nötig, sagt Cramer. „Der Rest ist eine Frage der Organisation.“ Ob es in Großefehn den Bedarf nach einer Nachmittagsbetreuung auch am Freitag gibt, vermag er nicht zu sagen. „An mich sind bislang keine Elternwünsche herangetragen worden.“

Die Stadt Aurich setzt im Gegensatz zu den Gemeinden nicht nur auf die Ganztagsbetreuung in den Schulen. „Es geht um das Betreuungsangebot“, sagt Erster Stadtrat Hardwig Kuiper. Und das werde an einigen Schulstandorten eben nicht durch die Grundschule, sondern durch die Horte erbracht. Nur an der Pfälzerschule in Plaggenburg gebe es noch nichts. Das aber werde sich zum Sommer kommenden Jahres ändern. An den Grundschulen Sandhorst, Wallinghausen und Upstalsboom übernähmen Horte die Betreuung am Nachmittag. Der Vorteil laut Kuiper: Die Horte böten deutlich Öffnungszeiten als die Ganztagsschulen. „Die Stadt Aurich startet mit der Ganztagsbetreuung also auf einem sehr hohen Niveau“, so Kuiper. Ein Ausbau des Angebotes bedeute in der Stadt, eingespielte Prozesse auszudehnen. Denn die nötigen Räume sowie Kooperationspartner für Nachmittagsangebote seien bereits vorhanden.

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