Aurich

Stadt will bei Vereinen finanzielle Corona-Situation abfragen

| | 08.09.2021 13:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Boßeler vom Boßelverein KBV „Hier up an“ Spekendorf brauchen finanzielle Unterstützung von der Stadt Aurich. Foto: Wilfried Gronewold
Die Boßeler vom Boßelverein KBV „Hier up an“ Spekendorf brauchen finanzielle Unterstützung von der Stadt Aurich. Foto: Wilfried Gronewold
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Mehrere Vereine und Organisationen aus Aurich hatten bei der Stadt eine finanzielle Unterstützung beantragt. Die wird es aber nicht so einfach geben.

Aurich - Die Stadt Aurich will bei allen Vereinen, die Nebenkosten zu tragen haben, abfragen, ob sich durch die Corona-Pandemie eine besondere finanzielle Situation ergeben hat, durch die sie eine finanzielle Unterstützung benötigen. Darauf hat sich der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss jetzt geeinigt. Hintergrund waren mehrere Anträge von Vereinen und Organisationen, die eine finanzielle Unterstützung der Stadt erbeten hatten.

Anders als noch vor ein paar Jahren, hat die Stadt Aurich für solche freiwilligen Leistungen eigentlich kein Geld mehr. Die Corona-Pandemie habe aber auch bei die Vereine in eine besondere Situation und zum Teil in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, weil Einnahmen weggebrochen sind, so die fraktionsübergreifende Überzeugung. Deshalb wolle man die Unterstützung nicht grundsätzlich ablehenen, sondern zumindest prüfen. Grundsätzllich sollen entsprechende Anfragen bei den Haushaltsberatungen wieder mit aufgegriffen werden.

Finanzen müssen komplett offengelegt werden

Wollen ein Verein oder eine Organisation aber Unterstützung haben, müssen sie finanziell die Hosen runterlassen. Dann müssen alle Zahlen über Einnahmen, Ausgaben, Ausfälle und eigene Versuche, Fördermittel zu generieren offengelegt werden, so die Forderung der Politik. Einen Blankoscheck, wie er in der Vergangenheit manchmal ausgestellt worden war, soll es nicht mehr geben.

Unter anderem hatte der Boßelverein KBV „Hier up an“ Spekendorf 2162 Euro Zuschuss erbeten. Das sind 50 Prozent der jährlich anfallenden Kosten für die Unterhaltung des Vereinsheims in Spekendorf. Bisher wurden die Kosten durch die Einnahmen bei Boßelwettkämpfen abgedeckt, heißt es in dem Antrag. Durch die Corona bedingte Einstellung des Spielbetriebes seien die Einnahmen seit März 2020 aber komplett weggebrochen. Der Verein sieht sich nicht in der Lage, die laufenden Kosten aus eigener Kraft zu tragen.

Politik wünscht sich persönliche Anwesenheit

Auch die Arbeitsloseninitiative Aurich beantragte die Übernahme der Betriebs- und Heizkosten für das Jahr 2020, die Verbraucherzentrale beantragt eine Förderung der Verbraucherberatung, der DRK-Kreisverband Aurich beantragte eine Anpassung des Budgets für das Übernachtungsheim für Wohnungs- und Obdachlose und der Auricher Tennis-Club einen Zuschuss für die Frühjahrsinstandsetzung 2021.

In den meisten Fällen waren der Politik die Anträge aber nicht ausführlich genung. Auch wünschen sich die Ratsmitglieder, dass Vertreter der Vereine in den Ausschuss kommen und ihre Anträge vorstellen, begründen und etwaige Fragen klären. Das hatte in der jüngsten Sitzung nur der DRK Kreisverband gemacht. Das hat zumindest dazu geführt, dass die Stadt grundsätzlich brereit ist, das Budgets anzupassen. Die Stadt will sich aber mit dem Landkreis absprechen und eine Vereinbarung über die Teilung der Kosten schließen. Klar sei, da das DRK mit der Übernachtungsheim für Obdachlose eine kommunale Aufgabe übernehme, dass dem DRK dafür keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen, sagten CDU-Fraktionschef Arnold Gossen.

Und auch ein anderer Antrag konnte direkt beschieden werden - allerdings negativ. Die vom Auricher Tennis-Club finanzielle Unterstützung der Frühjahrsinstandsetzung schließt die entsprechende Förderrichtlinie der Stadt Aurich aus. Darin heißt es wörtlich: „Maßnahmen sowie Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten, die nicht über den gewöhnlichen Unterhaltungsaufwand hinausgehen, wie z. B. Frühjahrsinstandsetzungen von Tennisanlagen, Verschönerungsarbeiten an Gebäuden und Anlagen sind als nicht förderfähig ausgeschlossen.“ Entsprechend stimmte der Ausschuss gegen die Förderung, weil sie nach den Richtlinien unzulässig wäre.

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