Aurich

Kita-Plätze: Viele Eltern schlagen Angebot der Stadt Aurich aus

| | 06.09.2021 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht jeder Kita-Platz in Aurich wird in diesem Jahr besetzt sein. Foto: DPA
Nicht jeder Kita-Platz in Aurich wird in diesem Jahr besetzt sein. Foto: DPA
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Zum Start des Kita-Jahres suchen noch viele Eltern in Aurich einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Trotzdem wollen nur wenige die Plätze annehmen, die die Stadt Aurich neu schaffen will.

Aurich - Zum Stichtag 31. August haben in Aurich noch 26 Eltern von Krippenkindern und 20 Eltern von Kindergartenkindern einen Betreuungsplatz gesucht. Die Stadt Aurich war bereit, für einen Großteil dieser Kinder zusätzliche Plätze zu schaffen – für Krippenkinder in Extum, für Kindergartenkinder in Wallinghausen. Nur jeweils sechs Eltern haben dieses Angebot der Stadt angenommen und einen Vorvertrag unterschrieben. Das geht aus der Beschlussvorlage der Verwaltung hervor, die am Dienstag im Jugend-, Sport- und Sozialausschuss beraten werden soll. Die restlichen Eltern schlugen das Angebot der Stadt aus. Dafür nannten sie unterschiedliche Gründe, wie der Erste Stadtrat Hardwig Kuiper im Gespräch mit den ON mitteilte.

Die Hauptgründe, die den Verwaltungsmitarbeitern am Telefon mitgeteilt wurden, waren laut Kuiper: Die Eltern bräuchten einen Ganztagsplatz und das Angebot der Stadt umfasse nur einen Halbtagsplatz, der angebotene Platz liegt den Eltern aus Aurich zu weit entfernt oder ungünstig zum eigenen Arbeitsplatz. Die Eltern müssten also dem eigenen Empfinden nach zu viele Kilometer fahren. Außerdem hätten einige Eltern eine ganz bestimmte Kita für ihren Nachwuchs gewollt. Auch Hardwig Kuiper hatte nach eigenen Aussagen mit mehr Anmeldungen gerechnet, sagte er. „Wir können nicht jedem direkt vor Ort einen neuen Betreuungsplatz anbieten. Eine angemessene Fahrstrecke darf man erwarten“, so Kuiper.

Nur sechs Vorverträge wurden unterzeichnet

Wie berichtet, war im Frühjahr bekanntgeworden, dass ursprünglich 55 Krippen-und 57 Kindergartenplätzen in der Stadt Aurich zum jetzt gestarteten Kitajahr fehlten. Durch die Übernahme der Einrichtung „Frechdaxe“ konnten kurzfristig acht weitere Krippenplätze generiert werden, so dass in diesem Bereich Anfang Juli 47 Plätze noch fehlten. Eine temporäre weitere Vormittags-Kindergartengruppe mit elf Plätze in der kommunalen Einrichtung Lindenbaum und das Nachrücken von Kindern auf noch freigewordene Plätze, reduzierte die Zahl auf die genannten 26 beziehungsweise 20 fehlenden Plätze.

Weil die Stadt Aurich die Möglichkeit hat, bis zu zwei Krippengruppen in Pavillons auf dem Dorfplatz Extum zu errichten und eine zusätzliche Kindergartengruppe in der Kita Wallinghausen einzurichten, wurden alle nicht versorgten Eltern telefonisch gefragt, ob sie diese Plätze in Anspruch nehmen würden. Dabei wurde laut Verwaltung explizit die Fahrbereitschaft nach Extum für Krippenkinder beziehungsweise nach Wallinghausen für Kindergartenkinder abgefragt. Es habe elf mündliche Zusagen für Extum und sieben mündliche Zusagen für Wallinghausen gegeben. Nur jeweils sechs Vorverträge seien aber tatsächlich unterzeichnet worden.

Trotzdem hat die Verwaltung nun den Vorschlag gemacht, eine Krippengruppe in Extum einzurichten. Angesichts der „überraschend geringen verbindlichen Anmeldungen“ von lediglich sechs Kindern schlägt die Verwaltung in Wallinghausen die Einrichtung einer Kleingruppe vor, die in die bestehende Struktur der Kita Wallinghausen integriert werden soll.

Wegen städtebaulicher Entwicklungen in Extum/Haxtum seien dennoch politische Beratungen über das Krippenangebot in naher Zukunft unumgänglich, heißt es von der Verwaltung, die damit rechnet, dass der Bedarf insgesamt steigen wird. Der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss wird sich am Dienstagabend in der Stadthalle unter anderem mit diesem Thema befassen.

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