Aurich
Ungewohnter Höhenflug für Auricher B-Mädchen
Die Auricher B-Juniorinnen haben die ersten drei Spiele in der Bundesliga gewonnen – warum auch Hannover 96 beim 1:0-Sieg chancenlos war.
Aurich – Manchmal muss sich Trainer Stefan Wilts beim Blick auf die Bundesliga-Tabelle noch kneifen. Nach drei Siegen aus den ersten drei Spielen belegen die B-Juniorinnen der Sportvereinigung Aurich Platz vier in der Nordstaffel – vor ihnen stehen klangvolle Namen wie der VfL Wolfsburg, Union Berlin und der Hamburger SV. Werder Bremen, Turbine Potsdam oder Hannover 96 haben die Auricherinnen bereits hinter sich gelassen.
Am Sonnabend schlugen die B-Mädchen auf dem Ellernfeld die Mannschaft aus der Landeshauptstadt Niedersachsens mit 1:0. Was sich knapp anhört, war in Wirklichkeit eine eindeutige Angelegenheit. „Wir haben verdient gewonnen, hätten aber auch deutlich mehr Tore erzielen müssen“, sagte Wilts.
Aurich muss plötzlich das Spiel machen
Gegen Hannover gelang dies lange Zeit gut. Dabei bewiesen die SpVg-Spielerinnen, dass sie meistens von Beginn an hellwach sind. Wie schon beim Sieg gegen Neubrandenburg trafen die Auricherinnen früh. In der 5. Minute bekamen die Gäste aus Hannover den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone heraus, Jule Kersten schnappte sich den Ball und erzielte mit einem strammen Schuss das 1:0. Die Abwehr der Sportvereinigung stand, wie in den anderen beiden Spielen auch, sehr sicher. Laura Tegenkamp und Fabia Feeken hatten bereits in der vergangenen Saison in der Defensive Erfahrungen gesammelt, im zweiten B-Jugend-Jahr zahlt sich das aus. Die B-Juniorinnen haben erst ein Gegentor kassiert. „Wir stehen deutlich stabiler“, sagt Wilts.
Nur die Chancenverwertung war schlecht
Zu Beginn der zweiten Halbzeit vergab Jule Kersten die große Möglichkeit auf ein zweites Tor. Danach ließen die Auricherinnen etwas nach. „Wir haben uns dem Niveau des Gegners angepasst“, monierte Wilts. Die Gäste aus Hannover zeigten nun mehr Präsenz und spielten mutiger nach vorne. 96-Spielerin Lotta Overkamp hatte zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, doch SpVg-Torhüterin Martha Louise Frieling hielt ihren Kasten bis zum Schluss sauber. „In den letzten Spielminuten sind wir leider ein wenig nervös geworden“, sagte Wilts.
Nächste Woche in Wolfsburg
Der SpVg-Trainer hofft nach dem Traumstart, dass der Klassenverbleib in dieser Saison früher feststeht. Von den 14 Mannschaften in der Nord-Staffel der Bundesliga werden sechs absteigen. Neun Punkte stehen bereits auf dem Konto. „Am Ende müssen wir 30 bis 33 Punkte sammeln“, rechnet Wilts vor.
Mit einem Sieg in der kommenden Woche rechnen dagegen wohl nur wenig. Die SpVg muss beim Tabellenführer VfL Wolfsburg antreten. „Da müssen wir nicht punkten. Wir können aber überraschen“, sagt Wilts. Vielleicht kam ihm der allererste Spieltag in der Bundesliga 2018/19 in den Sinn. Damals holten die Auricherinnen ein 0:0 in Wolfsburg.