Aurich
Unterhaltsame Nullnummer in der Bezirksliga
Aurich und Wallinghausen trennen sich im Bezirksligaderby 0:0. Besonders für eine Mannschaft war am Sonnabend auf dem Ellernfeld mehr drin.
Aurich – Aurichs Trainer Wilfrid Böhling hatte seine Spieler nach dem Derby gegen Wallinghausen in einem Kreis versammelt und sie für ihren engagierten Auftritt gelobt. Aus den Gesichtern der Spieler war Zufriedenheit abzulesen.
Die Wallinghausener Akteure wirkten dagegen etwas gefrustet. Mit dem 0:0-Unentschieden hatten sie zwar ihren Platz in der Spitzengruppe der Fußball-Bezirksliga gefestigt, doch beim Auswärtsspiel in Aurich war eindeutig mehr drin. Das sah auch Wallinghausens Trainer Sven Bünting so. „Es ist schon ein wenig ärgerlich. Wir haben so viele Chancen für ein Tor gehabt. Aber den Punkte nehmen wir mit“, sagte der Trainer.
SpVg-Torhüter Nick Weber rettet zweimal
In einem ausgeglichenen Spiel besaßen die Gäste eindeutig die besseren Möglichkeiten das Spiel für sich zu entscheiden. Eigenes Unvermögen und ein hervorragend aufgelegter SpVg-Torhüter Nick Weber – das Tor der Auricher war für Wallinghausen wie vernagelt. Nach einer knappen halben Stunde bewahrte Weber seine Mannschaft mit sehr guten Paraden gegen Ulf Hagena und Tim Alberts vor einem Rückstand. „Das hat er uns den Arsch gerettet“, fand Aurichs Trainer Wilfrid Böhling.
Seine Mannschaft erwischte den besseren Start in das umkämpfte Derby. Die Auricher „Rasselbande“ – viele Spieler sind noch keine 20 Jahre alt – begann beschwingt. Die beste Auricher Chance im gesamten Spiel vergab Fred Ocloo in der 17. Minute. Unwiderstehlich sprintete er an drei Wallinghausenern vorbei, alleine auf SVW-Torhüter Julian Ahlers zu. Doch anstatt noch ein paar Meter zu laufen, schloss er aus gut 20 Metern kläglich ab.
Neu formiertes Team findet sich
Die Auricher standen tief und lauerten auf schnelle Umschaltaktionen. Die SpVg-Abwehr stand bis auf wenige Wackler sicher. „Und dabei sind aus der vergangenen Saison nur noch vier Spieler auf dem Feld gewesen“, freute sich Böhling über sein Projekt „Jugend forscht“.
Besonders beeindruckend der erst 17-jährige Adam Toufaili. Schnell, zweikampfstark und technisch beschlagen lieferte der A-Jugendliche eine erstaunliche Leistung. In der Offensive blieben die Auricher meistens blass, doch beim 7:3 gegen Middels hatte sie bereits gezeigt, zu was sie fähig sein kann. Böhling freut sich auf die kommenden Wochen. „Wir spielen uns immer besser ein.“
Wallinghausen fordert Handelfmeter
In der zweiten Halbzeit hatten die Auricher aber auch mächtig Glück. Der Wallinghausener Jan Diekmann köpfte völlig freistehend am Auricher Tor vorbei, der eingewechselte ehemalige Auricher Spieler Tilko Trebesch vergab eine hundertprozentige Torchance. Und dann war da noch eine Szene in der 77. Minute, die Wallinghausens Trainer mächtig aufregte. Nasch einem Pass in den Strafraum klärte ein Auricher Spieler möglicherweise mit der Hand den Ball. Der Pfeife von Schiedsrichter Pascal Gebken blieb stumm, sehr zum Ärger von Bünting. „Den Ball hat der Auricher wie ein Torwart pariert“, sagte der Wallinghausener Trainer. Nach zwei kleineren Chancen der Auricher durch Lasse Knus und Lars Hinrichs war dann Schluss. Die Sportvereinigung dürfte mit dem Punkt etwas glücklicher gewesen sein. „Auf jeden Fall ist er gut für die Moral“, sagte Böhling.
Für die Auricher geht es am kommenden Wochenende weiter mit dem Auswärtsspiel in Norden, Wallinghausen trifft Sonnabend im Spitzenspiel auf den TuS Esens.