Aurich

Auslandsurlaub brachte Corona in die Kita

| | 31.08.2021 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Kita Löwenzahn in Holtrop sind mehrere Kinder mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Romuald Banik
An der Kita Löwenzahn in Holtrop sind mehrere Kinder mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Romuald Banik
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Mehrere Kinder einer Kindergartengruppe in Holtrop sind positiv auf die Delta-Variante getestet worden. Gemeinde hat Mitarbeiter vorsorglich freigestellt und Rückkehr ins Szenario B angeordnet.

Aurich - An mehreren Kitas im Landkreis Aurich sind Kinder und Erzieher positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die am stärksten betroffene Kita ist die Kita Löwenzahn in Holtrop. Dort sind zurzeit vier Kinder der Fuchsgruppe in der Kita Löwenzahn positiv auf das Corona-Virus getestet worden, bestätigte Kreissprecher Nikolai Neumayer eine ON-Anfrage.

Laut Neumayer wurde am vergangenen Freitag nach Bekanntwerden des ersten Falles für alle Kinder aus der Gruppe die Quarantäne angeordnet. In der Folge wurden bislang drei weitere Kinder mittels PCR-Test positiv getestet worden. Darüber hinaus sind zwei Erzieherinnen in Quarantäne, teilte Frank Cramer, Fachbereichsleiter von Großefehn, den mit. Beide seien ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden. Eine dritte Erzieherin habe am Dienstagmorgen testen lassen. Das Ergebnis steht noch aus, sagte Cramer.

Vier Schnelltests waren negativ

Wie die Mutter eines der betroffenen Kinder aus Holtrop den ON berichtete, sei sie am Donnerstagvormittag von der Kita-Leitung angerufen worden. „Ich sollte meine Tochter abholen, weil es einen positiven Fall in der Gruppe gab“, sagte sie. Kurz darauf sei sie vom Gesundheitsamt angerufen worden und zum PCR-Test gebeten worden. Am Montag habe ihre 5-jährige Tochter in Georgsheil den Abstrich machen lassen. Da die Tochter aber komplett ohne Symptome war, rechnete die Mutter mit einem negativen Ergebnis. „Gestern kam dann das überraschende Ergebnis, dass meine Tochter positiv getestet wurde“, so die Mutter. Besonders merkwürdig findet sie: Vier Schnelltests, einer sogar noch nach dem positiven PCR-Testergebnis abgenommen, seien negativ gewesen.„Ohne Symptome und mit negativen Schnelltests wären wir nie darauf gekommen, dass unsere Tochter infiziert ist“, so die Mutter.

Gesamte Fuchsgruppe ist in Quarantäne

Die gesamte Fuchsgruppe ist mittlerweile in Quarantäne. Am 7. September dürfen die negativ getesteten Kinder wiederkommen, sagte Cramer. Das Gesundheitsamt habe gebeten, dass sich diese Kinder am 3. September noch einmal testen lassen.

Die Mäusegruppe und die Bienengruppe, mit denen die Kinder der Fuchsgruppe sowohl drinnen als auch draußen gemeinsam spielen durften, nicht, berichtete die Mutter.

Eltern gehen freiwillig in Quarantäne

Die Eltern des betroffenen Kindes sind nach Angaben der Mutter nicht in Quarantäne, weil sie vollständig geimpft sind. „Wir setzen uns trotzdem freiwillig mit in Quarantäne und verhalten uns auch so“, sagte die Mutter. Noch wisse sie nicht, mit welcher Virus-Variante sich ihre Tochter infiziert habe. Das Ergebnis stehe noch aus, sagte sie.

Grundsätzlich dauert die Quarantäne 21 Tage, kann allerdings mit einer negativen Testung nach 14 Tagen frühzeitig beendet werden, teilte Kreissprecher Nikolai Neumayer mit.

Gemeinde Großefehn ordnet Szenario B an

Großefehns Bürgermeister Erwin Adams hat trotzdem reagiert, wie er im Gespräch mit den ON mitteilte. Die Gemeinde ist Träger des Kindergartens. Diese hat die betroffenen Mitarbeiter der Kita freigestellt. „Das ist eine präventive Maßnahme“, so Adams.Außerdem hat die Gemeinde von sich aus eine Rückkehr ins Szenario B in der Kita angeordnet. Wir haben uns entschieden, die Gruppen wieder zu trennen, sagte Frank Cramer. Auch im Außenbereich würden wieder Bereiche abgesperrt, um eine Durchmischung der Gruppen – wie im offenen Konzept üblich – für eine gewisse Zeit zu verhindern. Am liebsten würde Cramer auch den anderen Kindern der Kita einen vorsorglichen Test anbieten. Noch seien die sogenannten Lolli-Tests aber nicht in den Kitas angekommen, sondern würden noch beim Landkreis liegen. „Einen Erwachsenen-Test will ich den Kindern nicht zumuten“, sagte Cramer.

Auch auf Norderney ist eine Kita von einem Coronafall betroffen. In der Kita „Die kleinen Inselstrolche“ ist laut Kreisverwaltung ein Kind positiv getestet worden. Die Infektionsquelle ist aber unbekannt. Klar ist aber auch dort: Es handelt sich um die Delta-Variante des Virus. Neun Kinder sind in Quarantäne.

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