Aurich

Prozess: Angeklagter gesteht Steuerbetrug

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 25.08.2021 18:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Amtsgericht in Aurich. Archivfoto: Romuald Banik
Das Amtsgericht in Aurich. Archivfoto: Romuald Banik
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Der Geschäftspartner des Wiesmoorer Bürgermeisterkandidaten Christian Rademacher-Jelten begann Mittwoch mit seiner Einlassung vor dem Amtsgericht Aurich. Gemeinsam sollen sie Steuern hinterzogen haben.

Aurich/Wiesmoor - Insgesamt 252.000 Euro Steuern soll der Wiesmoorer Bürgermeisterkandidat Christian Rademacher-Jelten gemeinsam mit seinem Geschäftspartner hinterzogen haben. Letzterer begann am zweiten Verhandlungstag am Mittwoch vor dem Amtsgericht Aurich mit seiner Einlassung.

Die ON wurden zum öffentlichen Prozess am Mittwoch nicht in den Saal gelassen. Grund dafür waren laut Amtsgericht die Corona-Beschränkungen. Demnach waren im Zuschauerbereich der Verhandlung keine Plätze mehr frei. Das Amtsgericht schilderte den Prozessablauf den ON deswegen auf Anfrage.

Geschäftspartner begann mit Einlassung

Der Geschäftspartner Rademacher-Jeltens begann am Mittwoch laut Amtsgericht mit seiner Einlassung. Schon am ersten Prozesstag in der vergangenen Woche erklärte er sich einverstanden, ein umfassendes Geständnis abzulegen, so lange er mit einer Bewährungsstrafe rechnen könne. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich zu dem Deal bereit.

Am Mittwoch wurden mehrere Zeugen gehört. Sie sagten nach Angaben des Amtsgerichts aus, dass der Geschäftspartner die Buchführung für einen gewissen Zeitraum übernommen und dafür teilweise Geld in Bar ohne Rechnung oder überwiesen mit Rechnung erhalten hatte. Den Wiesmoorer Bürgermeisterkandidaten, der ebenfalls vor Gericht steht, kannten die Zeugen demnach nicht.

Bürgermeisterkandidat wollte keinen Deal

Der Geschäftspartner bestätigte die Zeugenaussagen, teilte das Gericht mit. Er habe die Zahlungen selbst vereinnahmt. Die Einlassung habe nach kurzer Zeit unterbrochen werden müssen, da der Angeklagte erschöpft gewirkt habe. Sie soll heute fortgesetzt werden.

Rademacher-Jelten wollte sich im Gegensatz zu seinem Geschäftspartner nicht auf einen Deal einlassen. Sein Verteidiger, Dr. Bernd Wagner, hatte in der vergangenen Woche sogar gefordert, das Verfahren gegen die beiden Männer zu trennen. Das ist bisher laut Amtsgericht keine Option.

Entscheidung über Befangenheit steht noch aus

Offen ist auch noch ein Befangenheitsantrag gegenüber dem Vorsitzenden Richter Dr. Markus Gralla. Wagner hatte dessen Fragetechnik am ersten Verhandlungstag kritisiert. Er hatte sich gesorgt, dass sein Mandant durch eine falsche Befragung der Zeugen vorverurteilt wird.

Wagner begründete seinen Befangenheitsantrag gegen Gralla laut Amtsgericht am Mittwoch. Darüber entschieden wurde allerdings noch nicht. Darüber müsse der zuständige Richter innerhalb von zwei Wochen entscheiden, am Amtsgericht Aurich sei das der lebensälteste.

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