Osnabrück
Corona und die Schulpolitik: Föderalismus zum Abgewöhnen
Bald startet die Schule wieder in Niedersachsen. Mobile Luftfilter gegen eine Ausbreitung des Corona-Virus wird es in kaum einem Klassenraum geben. Anders als in anderen Ländern. Ein Kommentar.
Es gibt durchaus Argumente, die für den bildungspolitischen Föderalismus in Deutschland sprechen. Nur leider liefern die Kultusminister der Länder mit ihrer Corona-Politik immer wieder Argumente dagegen. Die Frage nach der Anschaffung von mobilen Luftfiltern ist ein weiteres Beispiel dafür. Ist es denn so schwer, dass sich 16 erwachsene Politiker auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen, wie die Kleinsten in den Schulen effektiv vor einer Corona-Infektion geschützt werden können?
Offenbar. Denn anderes ist nicht zu erklären, dass bei der Förderung entsprechender Luftfilter keine Einigkeit herrscht. Ob dabei nun die Gesundheit der Kinder im Vordergrund steht, sei einmal dahingestellt. Denn natürlich lässt sich auf Basis von Untersuchungsergebnissen darüber streiten, wie sinnvoll die Geräte nun sind.
Was nun speziell die Situation in Niedersachsen angeht: Tatsächlich ist die geplante Förderung hierzulande ein Negativbeispiel für Bürokratismus. Kommunen, die es sich leisten können, werden sich wohl längst selbst auf den Weg gemacht und entsprechende Geräte gekauft haben, sofern diese denn überhaupt noch erhältlich sind. Andere Bundesländer waren ja schneller. Schüler in ärmeren Regionen Niedersachsens gehen im Zweifelsfall dann eben weiter leer aus, weil die Finanzen es nicht hergibt.
So oder so: Die vierte Welle ist da und wird auch vor Klassenräumen nicht Halt machen. Besonders junge Menschen sind derzeit betroffen. Für die Kleinsten ist derzeit noch kein Impfstoff zugelassen. Nur gut, dass eine Infektion mit dem Virus und seinen Varianten für den Nachwuchs bislang offenbar größtenteils nicht so gravierende Folgen wie für ungeschützte ältere Menschen hat. Man mag sich gar nicht ausmalen, was los wäre, wenn es Kinder härter träfe.