Berumerfehn/Ostermoordorf

So erlebten Anwohner den Tornado über Großheide

| | 17.08.2021 19:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Es grenzt an ein Wunder, dass es beim Tornado über Großheide keine Verletzten gegeben hat: Drei Anwohner schildern eindrücklich, wie sie die Naturgewalt erlebt haben.

Berumerfehn/Ostermoordorf - Jochen Schooltmann wohnt in einer Erdgeschosswohnung in der Dorfstraße. Als der Tornado nach Berumerfehn kam, saß er in seinem Wohnzimmer auf dem Sofa – direkt hinter dem Fenster. Von dem ist am Dienstagmorgen nicht mehr viel zu sehen. Das Glas ist gebrochen, einige Splitter hängen noch am Fensterrahmen.

Kurz vor dem Einschlag habe er noch gedacht, jemand klopfe an sein Fenster, erzählt Schooltmann. Tatsächlich war das der Tornado. „Kurz darauf kam mir schon die Scheibe entgegen“, so Schooltmann. Er sei nur noch schnell nach unten gerutscht, um den Scherben zu entgehen. Gesehen hat er den Tornado nicht. Das Geräusch aber werde er nie wieder vergessen. Zum Glück ist Jochen Schooltmann nichts passiert. Auch seine Wohnung ist weiter bewohnbar. Das Fenster wurde am Dienstag zunächst provisorisch repariert. Trotzdem hat Schooltmann die erste Nacht bei seinem Bruder übernachtet. „Das war mir dann doch zu unheimlich“, sagt er.

Der Oma zur Hilfe geeilt

Dennis Meier aus Nenndorf half der Oma. Foto: Rebecca Kresse
Dennis Meier aus Nenndorf half der Oma. Foto: Rebecca Kresse
Dennis Meier kommt eigentlich aus Nenndorf. Am Dienstagmorgen stand er mit vielen Helfern gemeinsam in Berumerfehn und schippte Schutt, räumte mit auf, packte mit an. Das hat einen guten Grund: Seine Oma, Margarethe Dollmann wohnt in einer Wohnung im Hinterhaus an der Dorfstraße in Berumerfehn.

Die 83 Jahre alte Dame war am Montagabend allein zu Hause, als der Tornado das Haus traf, in dem sie wohnt. Zum Glück sei ihr nichts passiert, erzählte Dennis Meier im Gespräch mit den ON. Selbst helfen könne sie sich aber nicht. Noch am Montagabend habe sie den Enkel angerufen. Gemeinsam mit einem Freund sei er sofort losgefahren nach Berumerfehn, sagte er. Rund um das Haus sieht es auch am Dienstag noch verheerend aus. Überall liegen Dachziegel, dazu Balken, Steine. Das halbe Dach des Hauses ist abgedeckt. Auch im Obergeschoss sind die Scheiben geborsten, wie auch in der Wohnung seiner Oma. Der gehe es trotz des Schrecks aber ganz gut, sagte Meier.

Pferdeunterstand flog über‘s Haus

Britta Strömer aus Ostermoordorf. Foto: Romuald Banik
Britta Strömer aus Ostermoordorf. Foto: Romuald Banik
Erst flatterte nur das Sonnensegel am Haus. Aber das tue es bei Wind häufiger, erzählte Britta Strömer den ON. Aber dann sei dieser gewaltige Druck auf den Ohren gekommen, das Haus habe gezittert. Sie wusste, was das heißt, denn bei einem USA-Aufenthalt wurde sie auf Tornados vorbereitet.

„Ich habe mir nur noch mein Kind geschnappt und mich dann gefragt, wo mein Mann ist“, sagte sie. Erwin Strömer konnte gerade noch das Scheunentor schließen und sich ins Haus retten. Kurz darauf flog der Pferdeunterstand, der hinter dem Haus stand, über das Haus, schlug dabei die Hausecke kaputt und landete im Vorgarten. Dort fällte der Tornado einen Großteil des alten Baumbestandes. Die Angst steckte Britta Strömer am Dienstag noch in den Knochen. Sie war aber auch froh: Viele Freunde vom Treckerclub in Rechtsupweg packten mit an, reparierten das Haus und räumten den Garten. Die Eltern sind vor allem froh, dass der zweijährigen Tochter Fenja und den Pferden nichts passiert ist.

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