Aurich
Initiative kritisiert Umbau von Auricher Verkehrsknotenpunkt
Die Luma sieht durch die Umgestaltung an der Julianenburger und Kirchdorfer Straße erhebliche Nachteile für Radfahrer und übt deutliche Kritik. Die Kreisverwaltung widerspricht dem.
Aurich - Die Initiative Lebensqualität und Mobilität für Aurich (Luma) kritisiert die Umgestaltung der Kreuzung Julianenburger Straße/Kirchdorfer Straße. Der Umbau setze im Sinne der erforderlichen Verkehrswende die falschen Prioritäten, so die Initiative. Fußgänger und Radfahrer würden durch den Umbau erheblich benachteiligt, heißt es in einer Mitteilung der Initiative. Demnach entstehe auf der Fahrbahn zusätzlich eine 3,50 Meter breite Spur für Rechtsabbieger. Der Verkehrsraum werde also zugunsten des motorisierten Verkehrs umverteilt. Das sei das falsche Signal, so die Luma.
Die Initiative hält aber den Umbau des Knotenpunkts grundsätzlich für überfällig. Auch sieht die Luma durchaus Vorteile an einigen Stellen, weil gesetzliche Vorgaben zu Mindestmaßen des Rad- und Fußverkehrs umgesetzt würden. Dennoch führe der jetzige Umbau in die falsche Richtung. Als Beispiel nennt Albert Herresthal, Sprecher der Luma, die Neuregelung für linksabbiegende Radfahrer aus der Kirchdorfer Straße oder aus der Hafenstraße. Bisher hätten Radfahrer die Kreuzung mit einer Ampelphase überqueren können. Das sei künftig nicht mehr so, sagte Herresthal. Radfahrer würden künftig zwei Ampelphasen benötigen. Außerdem bemängelt Herresthal zu schmale Radwege und die Drosselung des Tempos für Radfahrer beim Überqueren der Kreuzung. Ein Grund dafür sei, dass sich die Grünphasen für Radfahrer deutlich verkürzen würden, weil diese sich künftig am Fußverkehr orientieren würden.
Kreis sieht Verbesserungen für Radfahrer
Diesen und weiteren Vorwürfen widerspricht die Kreisverwaltung. Wie der stellvertretende Kreissprecher Nikolai Neumayer den ON auf Nachfrage mitteilte, sei die zusätzliche Fahrspur an der Julianenburger Straße zwar 3,50 Meter breit, die für Fahrzeuge nutzbare Fahrbahnbreite sei aber insgesamt nur 2,25 Meter breiter als vorher. Dies ergebe sich durch eine neue Aufteilung der Fahrspuren.
Sämtliche Nebenanlagen im Knotenpunkt würden hingegen verbreitert. So werde der Geh- und Radweg zum Beispiel an der Ecke Julianenburger Straße/Hafenstraße von zwei Meter auf drei Meter abschnittweise sogar auf vier Meter verbreitert. So entstehe eine großzügige Aufstellfläche für die Wartenden an der Lichtsignalanlage, teilte Neumayer mit. Am Fischteichweg wurde zudem der Fahrbahnteiler zurückgebaut – zugunsten der Verbreiterung der Nebenanlage vor dem Haus mit der Nummer 3. Auch dort entstehe eine deutlich größere Aufstellfläche für alle Wartenden.
Kreis: Reduzierung der Geschwindigkeit führt zu mehr Sicherheit
Im nördlichen Abschnitt des Fischteichwegs werde der Gehweg zugunsten der Radfahrenden verschmälert und der Radfahrstreifen auf das Mindestmaß von 1,85 Meter gemäß den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen verbreitert. Die Weiterführung des Radwegs auf der Nebenanlage sei bedingt durch die angrenzenden Gebäude der ostfriesischen Landschaft nicht breiter als 1,50 Meter möglich, so die Kreisverwaltung.
Bei den Vorgaben für die Breiten von Rad- und Gehwegen handele es sich zudem nicht um gesetzliche Vorgaben, sondern um Richtlinien und Empfehlungen. Bei Neu- und Umbaumaßnahmen würden diese Vorgaben, sofern die Zwangspunkte es zulassen, umgesetzt.
Eine Drosselung der Geschwindigkeit der Radler durch die neue Verschwenkung hält die Kreisverwaltung, anders als die Luma, mit Blick auf die Verkehrssicherheit für günstig. Die bestehenden Gebäude schränken die Sicht ein, heißt es, die Umwelt könne langsamer besser wahrgenommen werden.