Ihlow
Jugendpflege: Gemeinde Ihlow arbeitet neues Konzept aus
Die Gemeinde Ihlow arbeitet ein neues Konzept aus. Denkbar sind mobile Angebote oder Jugendplätze. Wo der erste entstehen könnte, wurde schon besprochen.
Ihlow - Corona hat vieles durcheinandergewirbelt. Besonders Jugendliche haben an den zwischenzeitlich strengen Kontaktverboten und dem Homeschooling schwer zu knabbern gehabt. In Ihlow traten während dieser Zeit Probleme an Licht, die es aus Sicht der Grünen dringend nötig machen, das Konzept der Jugendarbeit in der Gemeinde zu überarbeiten.
Zu dem neuen Konzept könnten mobile Angebote gehören. Denkbar sind auch sogenannte Jugendplätze, ähnlich wie Spielplätze, aber für Jugendliche. Ziel der Maßnahme soll es sein, die Flächengemeinde besser abzudecken. Derzeit konzentriert sich die Jugendarbeit im Jugendzentrum in Ihlowerfehn. Denn die beiden weiteren Jugendzentren der Gemeinde Ihlow, die sich in Simonswolde und Riepe befanden, wurden Ende 2014 geschlossen. Zu gering war damals die Nutzung der beiden Einrichtungen durch Jugendliche. Danach gab es einen Versuch der Simonswoldmer Dorfjugend, selbst einen Jugendtreff in der Alten Molkerei zu organisieren. Das aber scheiterte. Die Räume des ehemaligen Jugendzentrums in Simonswolde wird seit 2016 vom Boßelverein „BV Frisia 08“ genutzt. Ein Konzept von Jugendpfleger Erik Heeren, das dieser 2014 erarbeitet hatte, wurde damals von der Politik in Ihlow abgelehnt.
Erster Jugendplatz in Riepe
Jugendpfleger Erik Heeren arbeitet bereits an einem Konzept für einen ersten Jugendplatz und dessen Finanzierung mithilfe von Fördergeldern. Im schwebt dieser in Riepe vor, einen konkreten Standort habe er aber noch nicht im Sinn. Wichtig sei es aber, die Jugendlichen nicht in Randgebiete zu verbannen. Der Jugendplatz könnte der erste von vielen sein.
Insa Buss (Grüne) sprach sich für mehr mobile Angebote aus. Bürgermeister Johann Börgmann (SPD) gab zu bedenken, dass man nur über begrenzte Ressourcen verfüge: „Unser Jugendpfleger kann sicher alles machen, aber nicht alles gleichzeitig.“ Die Politik müsse überlegen, welchen Stellenwert die Jugendarbeit hat und ob man mehr Geld investieren wolle. Sonst könne man auch nicht mehr fordern. Das müsse auch bedacht werden, wenn man neu Jugendräume fordern sollte.
Konzept seit 2016 unverändert
Eigentlich sollte das Konzept für Jugendarbeit in der Gemeinde alle zwei bis drei Jahre überarbeitet werden. Seit 2016 blieb es aber nun unverändert. Es wurde in Frage gestellt, als während der Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen herrschten. Zu dieser Zeit begannen sich Jugendliche in Riepe auf Spielplätzen zu treffen und ignorierten teils das Kontaktverbot, was sogar zu einem Polizeieinsatz führte.
Heeren musste sich in der Sitzung auch kritischen Fragen stellen. Insa Buss erklärte unter anderem, dass nach dem Vorfall die Frage aufkam, warum sich der Jugendpfleger damals nicht eingeschaltet habe. Im Verlauf der Sitzung stellte Heeren da, dass er auf allen Kanälen Beratung angeboten habe und machte klar, dass ein Jugendplatz, also ein fester Ort an dem man Jugendliche finden kann, es erleichtern würde mit ihnen in Kontakt zu kommen. Buss sprach weitere Aktivitäten des Jugendpflegers an.
Zusammenarbeit mit Vereinen bisher schwierig
Unter anderem hinterfragte die Grünen-Fraktionschefin, warum der Ihlower Jugendpfleger Juleica-Kurse für Leute in ganz Deutschland gibt und ob er die ihm angebotene Tätigkeit als Dozent in seiner Freizeit wahrnehmen werde. Heeren erklärte, dass in seinem Online-Juleica-Kurs schlicht noch Plätze frei gewesen seien und die Dozententätigkeit bisher nicht zustande gekommen sei.
Weiter hinterfragte Buss, warum man Heeren nicht mit Vereinen zusammenarbeitet, um die Jugendarbeit auf diese Art auf weitere Gemeindeteile auszudehnen. Der Jugendpfleger berichtete von fehlgeschlagenen Versuchen, Kontakte aufzubauen. Ihm wäre ebenfalls daran gelegen.