Aurich

Kreis Aurich kauft 122 Luftfilter für Schulen

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 05.08.2021 15:28 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Schulleiter Rüdiger Musolf hätte gerne mehr Luftfilter gehabt, als er nun bekommt. Archivfoto: Heino Hermanns
Schulleiter Rüdiger Musolf hätte gerne mehr Luftfilter gehabt, als er nun bekommt. Archivfoto: Heino Hermanns
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Der Bedarf an den kreiseigenen Schulen ist deutlich größer als zunächst gedacht. In den vergangenen Wochen mussten die Schulleiter die betroffenen Räume anmelden.

Aurich - Noch Anfang Juli ging der Landkreis Aurich davon aus, dass nur in 65 Räumen der zwölf Kreis-Schulen Lüftungsanlagen installiert werden müssten. Mit den Geräten soll die Virenlast in den Räumen verringert werden. Der Bedarf ist aber offensichtlich deutlich höher. Denn alleine das Auricher Gymnasium Ulricianum hat beim Landkreis 100 Räume sowohl in der Hauptstelle als auch in der Außenstelle Egels gemeldet, für die Bedarf besteht. Das sagte Schulleiter Rüdiger Musolf auf ON-Anfrage.

Berücksichtigt wurden dabei laut Musolf alle Klassenräume, in denen die Jahrgänge fünf und sechs unterrichtet werden. „Denn diese Altersgruppe kann derzeit noch nicht gegen das Coronavirus geimpft werden.“ Des Weiteren habe das Gymnasium alle Fachräume angemeldet, da in diesen eine hohe Fluktuation stattfinde und Schüler aus allen Jahrgängen beschult würden. Schließlich seien noch jene Räume hinzugekommen, in denen eine ausreichende Querlüftung nicht gewährleistet werden könne. Das könne daran liegen, dass es nur auf einer Seite der Räume Fenster gebe, so Musolf. Das betreffe aber auch jene Klassenzimmer, die zur Von-Jhering-Straße lägen. Wenn dort das Fenster geöffnet werde, übertöne der Verkehrslärm jeden Unterricht. Ein Problem, von dem die Außenstelle in Egels nicht betroffen ist.

200.000 Euro für 122 Filter

Nicht alle Wünsche kann der Landkreis Aurich derzeit erfüllen, wie Sprecher Rainer Müller-Gummels auf ON-Anfrage mitteilt. Es würden zunächst insgesamt 122 Räume in den kreiseigenen Schulen mit mobilen Luftfiltern ausgestattet. Die entsprechende Ausschreibung sei inzwischen erfolgt. Die Ausrüstung der Schulen mit den Geräten solle im September durchgeführt werden. Die Filteranlagen würden insgesamt rund 203.000 Euro kosten. Etwa die Hälfte dieser Summe werde als Förderung vom Land erwartet. Die Anschaffung der Geräte hatte der Kreistag bereits im März beschlossen.

So könnten die Luftfilter für die Klassenräume aussehen. Foto: DPA
So könnten die Luftfilter für die Klassenräume aussehen. Foto: DPA
Das Land Niedersachsen hatte Anfang Juli bekanntgegeben, den Schulträgern insgesamt 20 Millionen Euro für die Ausstattung der Schulen mit Lüftungsanlagen zur Verfügung stellen zu wollen. Nachdem die insgesamt zwölf Kreis-Schulen der Verwaltung ihren Bedarf gemeldet hatten, war laut Müller-Gummels vom Schulamt eine Priorisierung in insgesamt drei Stufen durchgeführt worden. Demnach sollen zunächst die Räume der Priorisierungsstufen 1 und 2 mit Luftfiltern versehen werden. Dabei handelt es sich um 33 Räume, in denen ein Querlüften nicht möglich ist und um weitere 89 allgemeine Klassenräume, in denen die fünften und sechsten Jahrgänge untergebracht sind. Fachräume, von denen es insgesamt 230 in den kreiseigenen Schulen gibt, fallen in die Priorisierungsgruppe 3, in der aktuell noch keine Maßnahmen vorgesehen sind. Aber auch dort könnte es weiteren Bedarf geben, falls eine Erweiterung der zentralen Lüftungsanlage nicht möglich ist. Dies werde aber im Einzelfall geprüft, so Müller-Gummels.

Schulleiter setzt auf Bündel von Maßnahmen

Ziel der Maßnahme sei es, die Virenlast in den Räumen der Schulen des Landkreises Aurich möglichst gering zu halten, um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren. Die mobilen Luftfilter ersetzen das Lüften der Räume nicht, sagt Müller-Gummels. Es habe sich aber gezeigt, dass ein Lüften bei niedrigen Temperaturen von den Schülern als unangenehm empfunden werde. Inzwischen gebe es auch Empfehlungen diverser Institutionen, die zum Aufstellen von Raumluftfiltern als Ergänzung zum Lüften in Teilbereichen der Schulen raten.

Rüdiger Musolf setzt indes auf ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um das Coronavirus aus der Schule rauszuhalten. Neben den Luftfiltern sollte seiner Ansicht weiterhin in engen Bereichen wie den Fluren und den Treppenhäusern eine Maskenpflicht bestehen bleiben. Auch die Coronatests sollten weiter durchgeführt werden. Aus seiner Sicht reiche es aber, wie vor den Ferien zweimal pro Woche zu testen. Eine tägliche Testung, wie nun von der Landesregierung in Erwägung gezogen, hält Musolf für nicht angebracht. „Wir sind mit zwei Tests pro Woche gut gefahren“, sagt der Schulleiter. Man müsse auch bedenken, dass das Austeilen der Tests ein nicht unerheblicher logistischer Aufwand sei. Schließlich hofft er, dass sich so viele Schüler über zwölf Jahre wie nur möglich impfen lassen, damit ein möglichst normaler Schulbetrieb durchgeführt werden kann.

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