Brookmerland
Upgant-Schott: Politiker überrascht mit Comeback
Den früheren Chef der Brookmer Wählergemeinschaft, Albert Janssen, zieht es überraschend zurück in die Politik – das hat auch mit „Klein Venedig“ und dem Sportplatz zu tun.
Brookmerland - Er will es noch einmal wissen: Der frühere Fraktionschef der Brookmer Wählergemeinschaft (BWG) im Rat der Samtgemeinde Brookmerland Albert Janssen tritt nach seiner Auszeit überraschend erneut an. Als Spitzenkandidat der BWG bewirbt sich der 62-Jährige um einen Sitz im Rat seiner Heimatgemeinde Upgant-Schott. Seine Chancen, erneut in den Rat einzuziehen, stehen gut. Bei der Wahl 2016 errang Janssen 537 Stimmen – nach Bürgermeister Gundolf Harms (damals SPD, heute BfB, 739) das zweitbeste Ergebnis. Nicht mehr antreten werde er für den Samtgemeinderat, sagte Janssen.
Den hatte der Grundschullehrer im Dezember 2020 offiziell verlassen. Er verzichtete zugunsten des erst 23-jährigen Fabian Roolfs. Wenige Monate zuvor, im Juli 2020, schied Janssen aus dem Schottjer Gemeinderat aus, dem er seit 1996 ununterbrochen angehörte. Janssens Rückzug aus dem politischen Tagesgeschäft begann im Juni 2019, als er sein Amt als Sprecher der BWG/SEB-Ratsgruppe und damit die Hauptverantwortung an Winfried Dunkel abgab. Janssens Gesundheit zwang ihn dazu. Nach einem mehrmonatigen Klinikaufenthalt wollte und musste er kürzertreten. Hinzu kam, dass auch seine Frau schwer erkrankte. Er habe gelernt, was im Leben wirklich wichtig sei. „Gesundheit, Familie und Beruf gehen vor“, sagte Janssen. Die Politik spiele nur noch die zweite Geige. Das tue weh, sei aber notwendig, so Janssen damals.
Comeback überrascht
Mit seinem jetzt von der BWG verkündeten Comeback überrascht Janssen selbst Kenner. Ihm gehe es inzwischen wieder besser. Das geplante und auf die Gemeinde Upgant-Schott beschränkte Engagement sei gesundheitlich vertretbar, erklärte er. Die größere Belastung sei immer die politische Arbeit auf Samtgemeindeebene gewesen. In Upgant-Schott sei der Aufwand mit zwei Ratssitzungen, drei bis vier Sitzungen des Verwaltungsausschusses und Fraktionssitzungen „überschaubar“. Außerdem sei er Teil eines leistungsfähigen und motivierten Teams mit jungen Ratsbewerbern wie dem früheren Jugendsamtgemeindebürgermeister Fabian Roolfs und Leon Neumann, die er gerne mit seinen langjährigen Erfahrungen unterstützen wolle, so Janssen. „Upgant-Schott liegt mir am Herzen“, sagte er. Hier sei er geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und beruflich tätig.
Janssen geht es in der gegenwärtigen Situation vor allem um die Baupolitik in seiner Heimatgemeinde. Anders als die SPD, die es auch Privatinvestoren ermöglichen will, Bauerwartungsland zu erwerben und zu verkaufen, will Janssen erreichen, dass es bei der bisherigen Regelung bleibt. Heißt: Baulandvorratspolitik ist Sache der Gemeinden. Werde von diesem seit Jahrzehnten praktizierten Prinzip abgewichen, könnten die bisher für jedermann erschwinglichen Grundstückspreise erheblich steigen, befürchtet Janssen.
„Klein Venedig“ verhindern
Verhindern will er, dass die Pläne für das umstrittene Bauvorhaben „Schottjer Grachten: Wohnen am Wasser in Upgant-Schott“ bei anderen politischen Mehrheitsverhältnissen in Upgant-Schott wieder aus der Schublade geholt werden. Wie berichtet, war das im Volksmund als „Klein Venedig“ verspottete Bauprojekt Anfang 2020 nach öffentlichen Protesten gekippt worden. Abwenden will Janssen auch, dass das Sportzentrum in Upgant-Schott an einen Investor „verscherbelt“ und in Bauland umgewandelt wird. Das werden wir nicht zulassen“, sagte er.
Die Schottjer BWG-Kandidaten
Für die BWG in Upgant-Schott kandidieren: 1. Albert Janssen, 2. Fabian Roolfs, 3. Mine Neumann, 4. Frank Neemann, 5. Leon Neumann, 6. Alexander Gotthard, 7. Werner Arendt, 8. Henri Koopmans, 9. Andreas Reiners, 10. Stephan Harms.