Osnabrück

Rundfunkbeitrag: Von vielem zu viel bei ARD und ZDF

Erhard Böhmer
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Von Erhard Böhmer
| 04.08.2021 16:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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86 Cent: Im aktuellen Streit um den Rundfunkbeitrag geht es um vermeintlich kleine Beträge. Dennoch stecken ARD und ZDF voll in der Grundsatzdebatte. Sollen die Menschen in Deutschland weiter verpflichtet sein, Geld für das breite, aber auch sehr teure Angebot zu zahlen?

Von zu vielem zu viel: Der Eindruck drängt sich beim Öffentlichen Rundfunk in Deutschland auf. Und da der allergrößte Teil durch den Rundfunkbeitrag - also von uns allen - finanziert wird, müssen sich die Entscheider bei ARD und ZDF kritische Fragen gefallen lassen. Letztlich muss auch das System an sich auf den Prüfstand. So kann es nicht weiter gehen.

Ein paar Beispiele: Mehr als 400.000 Euro verdient Tom Buhrow pro Jahr, und das ist nur das Grundgehalt des WDR-Intendanten. Selbst seine Amtskollegen der kleineren ARD-Anstalten bekommen mehr als 250.000 Euro per anno, immer noch deutlich mehr als die Bundeskanzlerin Und wer konnte noch zählen, wie viele Ex-Stars bei ARD und ZDF zuletzt bei der Fußball-EM so alles ihre Expertise geäußert haben? Ein Bastian Schweinsteiger dürfte den Job nicht für den Mindestlohn gemacht haben. 

Teures Filmhaus: WDR in der Kritik

75 Radiosender gehören zur ARD-Familie. Das mag man Vielfalt nennen. Oder einfach viel zu viel Aufwand für zum Teil nur eine Handvoll Kunden bei Spartensendern. Und über den Fernseh-Kanal ZDF-Kultur sagen Spötter nicht ohne Grund, dass es kostengünstiger wäre, jedem einzelnen Zuschauer eine DVD mit der Post zuzuschicken, anstatt ein 24-Stunden-Programm am Laufen zu halten. Zuletzt machte der WDR Schlagzeilen: Die Kostensteigerungen fürs neue Filmhaus in Köln nahmen Elphi-mäßige Dimensionen an. Bei vor der Flutkatastrophe im Süden von NRW haperte es aber an klaren Warnungen, stattdessen lief das Unterhaltungsprogramm weiter. 

Konzentrieren sich die Öffentlich-Rechtlichen auf das Wesentliche, dann erübrigt sich die Debatte über ein paar Cent mehr Beitrag. Üben sich die Entscheider mit Top-Gehältern endlich in Demut, besteht die Chance auf Akzeptanz. Oder das System pflicht-finanzierter Sender gehört - trotz oftmals hervorragender Qualität - abgeschafft.

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