Aurich
Zäher und mühsamer Prozess um tödliche Messerattacke
Am Auricher Landgericht gestaltet sich der Prozess um eine tödliche Messerattacke vor einem Restaurant in Leer weiter schwierig. Der einzige Augenzeuge hat die tödlichen Stiche selbst nicht gesehen.
Aurich - Zäh und mühsam gestaltete sich vor dem Landgericht Aurich der Prozess um den tödlichen Streit unter Arbeitskollegen vor einem Restaurant in der Leeraner Innenstadt. Das galt auch für den Termin am Montag. Der einzige Augenzeuge der Messerattacke, der Geschäftsführer des Lokals, hatte die tödlichen Stiche selbst nicht gesehen.
Wie berichtet, steht ein 38-jähriger Koch in Verdacht, im Januar dieses Jahres seinen Kontrahenten mit mehreren Messerstichen getötet zu haben und muss sich deshalb vor dem Schwurgericht verantworten. Das Opfer war schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, wo es wenig später verstarb. Der Angeklagte war kurz nach der Tat in der Wohnung der Mitinhaberin des Lokals festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Staatsanwalt: „Dieses Verfahren ist unübersichtlich“n
Der Angeklagte hatte angegeben, mit dem Opfer vor dem Restaurants aneinandergeraten zu sein, weil dieser seine Vorgaben zu Reinigungsarbeiten nicht habe akzeptieren wollen. Vorher habe es nie Streit zwischen ihnen gegeben. Der Mann habe ihn mit einer Schere an Kopf und Arm verletzt. Zunächst habe er sich ins Haus retten können. Als der hinzugerufene Geschäftsführer jedoch die Tür geöffnet habe, sei der Mann unvermittelt auf ihn zugestürmt, habe ihn am Kragen gepackt und nach draußen gezerrt. Wie es zu der Bluttat gekommen sei, konnte der Angeklagte nicht erklären. Keinesfalls habe er den Mann töten wollen, hatte er berichtet.
Der Geschäftsführer hatte zwar die Attacke des späteren Opfers gesehen, nicht jedoch die tödlichen Messerstiche des Angeklagten. Er sei auf die Straße gelaufen, um Hilfe zu holen, gab er zur Begründung an. Bei seiner Rückkehr habe der Mann in einer Blutlache am Boden gelegen, berichtete er. In seiner Aufregung hatte er bei der Polizei zunächst bestritten, die Männer zu kennen. Auch in der weiteren Vernehmung erwies sich der Zeuge als wenig hilfreich bei der Aufklärung des Geschehenen. Fragen des Gerichts beantwortete er ungenau und oft widersprüchlich. „Dieses Verfahren ist unübersichtlich und die Aussagesituation verworren“, stellte Erster Staatsanwalt Frank Lohmann schließlich fest.
Der Prozess wird am 16. August ab 9 Uhr fortgesetzt.