Aurich

FDP und Grüne wollen sofort Luftfilter

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 02.08.2021 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Grüne und FDP wollen mehr Luftfilter in den Schulen und Kitas in Aurich. Foto: DPA
Grüne und FDP wollen mehr Luftfilter in den Schulen und Kitas in Aurich. Foto: DPA
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Die Auricher Stadtverwaltung möchte Schulen und Kitas nur punktuell mit Luftfiltern gegen das Corona-Virus ausstatten. Mit dem Vorschlag stößt sie auf Widerstand.

Aurich - Einigkeit herrscht bei FDP und Grünen relativ selten, schon gar nicht in Zeiten des Wahlkampfes. Beim Thema Luftfilteranlagen für Schulen sind die beiden Parteien sich einig. In zwei unabhängig voneinander versandten Pressemitteilungen wird eine sofortige Entscheidung gefordert, die städtischen Schulen mit Luftfiltern auszurüsten, um für eine vierte Corona-Welle im Herbst gewappnet zu sein. Erster Stadtrat Hardwig Kuiper hatte angekündigt, höchstens 20 mobile Luftfilter anzuschaffen und ansonsten bei den insgesamt 320 Räumen in Schulen und Kitas auf das Lüften alle 20 Minuten setzen zu wollen. Darüber soll am 7. September der Schulausschuss entscheiden.

Für die FDP schreibt Menko Bakker, Sprecher des Ortsverbandes Aurich, dass die FDP „mit Entsetzen die Weigerung der Stadtverwaltung zur Installation von Luftfiltern in Schulräumen zur Kenntnis genommen“ habe. Es könne nicht sein, dass das Lüften im ostfriesischen regnerisch kalten Herbst die richtige Antwort sei. Nach über einem Jahr werde damit mutwillig der Präsenzunterricht aufs Spiel gesetzt und die wichtigste Ressource unserer Region – die Bildung der nächsten Generation – aufs Spiel gesetzt. Durch die Verschiebung einer Entscheidung auf den nächsten Schulausschuss, der regulär am 7. September stattfinden soll, werde wertvolle Zeit verspielt. Spätestens wenn die Inzidenz in die Höhe schnelle, werde wieder über Schulschließungen diskutiert.

Grüne: Schulen und Kitas nicht genug vorbereitet

Die Stadt Aurich müsse sich darauf vorbereiten. Daher fordert die FDP mindestens eine Sondersitzung des Schulausschusses, besser noch des Stadtrates, um über die Problematik zu debattieren. Weitere vier Wochen dürfte die Anschaffung nicht verzögert werden. Eine Debatte, an der die FDP allerdings nicht teilnehmen könnte. Seit dem Wechsel von Bastian Wehmeyer zur CDU ist die Partei nicht mehr im Rat der Stadt vertreten.

Auch die Grünen befürchten, dass die Stadt mit ihren Grundschulen und Kitas sowie der Realschule nicht gut genug auf die vierte Welle im Herbst vorbereitet sei. Sprecher Gunnar Ott fordert deswegen die Stadt sowie die Schul- und Kitaleitungen auf, umgehend den Schutz der Kinder vor Corona-Risiken durch den Einbau von Luftfiltern zu verstärken. Der Winter stehe vor der Tür und damit auch das Problem des Lüftens. Die Schulen und Kindertagesstätten in Trägerschaft der Stadt sollten daher umgehend mit Lüftungsanlagen ausgerüstet werden.

„Es ist jetzt nicht die Zeit der Bedenkenträger, sondern der Entscheider“, so Ott. Es werde gefordert, endlich die Zurückhaltung aufzugeben, und umgehend entschieden zu handeln. Die Erfahrungen des vorigen Jahres hätten klargemacht, dass es eine Wiederholung mit Homeschooling und Wechselunterricht geben könnte. Der dauerhafte soziale Kontakt für Kinder und Jugendliche sei aber immens wichtig, so Ott.

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