Großefehn
Lange Wahlzettel in Großefehn
Es gibt immer mehr offene Listen, Einzelkandidaten und Zulauf bei politschen Gruppen. Wegen der zahlreichen Möglichkeiten glaubt die Verwaltung, dass viele bequem von zu Hause aus wählen werden.
Großefehn - Eine Tasse Tee, ein Kuli und dann los: Die Gemeinde Großefehn rechnet mit einer wahren Flut von Briefen zur Kommunalwahl. Die Verwaltung glaubt, dass in diesem Jahr Briefwahl der große Trend sein wird. Auch wegen der Pandemie, aber nicht nur.
Erster Gemeinderat Frank Cramer glaubt, dass viele die Möglichkeit der Wahl auf der Couch nutzen werden - gerade in Großefehn. Denn es zeichnet sich ab, dass der Wahlzettel ungewöhnlich lang sein wird. Neun Parteien, beziehungsweise Einzelkandidaten werden antreten. Die endgültige Abstimmung erfolgt Donnerstag im Gemeindewahlausschuss. „Mit Vielseitigkeit können wir glänzen“, sagt Cramer. Auch teilten in früheren Gesprächen mehre Gruppen und Parteien mit, deutlich mehr Kandidaten stellen zu wollen, als zur letzten Kommunalwahl.
Wählen auf der Couch
Cramer glaubt aus zwei Gründen, dass die Briefwahl Trend sein wird. Zum einen, wegen der Pandemie. Zum anderen wegen der zahlreichen Möglichkeiten zu panaschieren und zu kumulieren: „Ich glaube viele werden sich den Wahlzettel bei einer Tasse Tee anschauen und in Ruhe ausfüllen, nicht in der Wahlkabine.“
Parteilosigkeit ist in Großefehn offenbar die neue Parteizugehörigkeit: Immer mehr Kandidaten ohne Parteibuch treten als Kandidaten für die Ortsräte und den Gemeinderat bei der Kommunalwahl im Herbst an.
Immer öfter parteilose Kandidaten
Am Montag endete die Meldefrist für offene Listen, also ohne Parteizugehörigkeit, bei der Gemeinde Großefehn. Bisher spielte nur beim Ortsrat Bagband die Partei keine Rolle. Nun kamen Mittegroßefehn, Timmel/Westgroßefehn und Fiebing hinzu. Auch dort gibt es nun Wahllisten für jedermann, egal ob Mitglied einer Partei, politischen Gruppe oder eben parteilos.
Parallel verbucht die Großefehntjer Bürgerliste Zulauf. Sie konnte gleich mehrere, vor allem jüngere Mitglieder gewinnen. Sie kandidieren auf allen Ebenen bei der Kommunalwahl: Ortsräte, Gemeinderat und Kreistag.
Der Trend in Großefehn zur Parteilosigkeit nimmt in den vergangenen Monaten Fahrt auf, ist aber nicht ganz neu in der Gemeinde. Nicht nur der jetzige Bürgermeister Erwin Adams gehört zu keiner Partei, auch sein Vorgänger Olaf Meinen trat erfolgreich als Einzelkämpfer an. Beachtlich bei der Wahl vor zwei Jahren, als Adams Bürgermeister wurde, ist aber, dass von drei Kandidaten sogar nur einer ein Parteibuch besaß.