Großefehn

Vom Dorfladen zum Backshop

Ann-Kathrin Stapf
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Von Ann-Kathrin Stapf
| 23.07.2021 07:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Dorfladen in Mittegroßefehn wurde 2019 geschlossen. Archivfoto: Andrea Henkelmann
Der Dorfladen in Mittegroßefehn wurde 2019 geschlossen. Archivfoto: Andrea Henkelmann
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Das Leinerstift hat wohl einen möglichen Kooperationspartner für eine Wiedereröffnung gefunden. Es soll ein inklusiver Betrieb geplant sein.

Großefehn - Hinter den Kulissen bewegt sich wohl so einiges: Seit zwei Jahren steht der Dorfladen in Mittegroßefehn leer. Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Ortsrat versuchten bisher vergeblich, wieder einen Betreiber zu finden. Nun scheint ein Durchbruch gelungen zu sein. Das Bild verdichtet sich.

Jüngst erklärte Bürgermeister Erwin Adams in einem anderen Zusammenhang, dass man in Gesprächen mit dem Leinerstift stünde. Dabei deutete der Bürgermeister auch, dass ein inklusiver Ansatz geplant sei und Jugendlichen ein Angebot an der Teilhabe in der Arbeitswelt gemacht werden soll.

Kooperation in Planung

Auf Anfrage der ON teilte eine Sprecherin mit, dass das Leinerstift in den nächsten Wochen Informationen zu dem Projekt geben wolle. Dabei lässt die Bezeichnung schon tief blicken. Die Sprecherin erklärt, man wolle zum Leinerstift Backshop in Kooperation mit Musswessels Fragen beantworten.

Gemeint ist wahrscheinlich die Bäckerei und Konditorei Musswessels GmbH & Co. KG mit Sitz in Rhede. Das Familienunternehmen wurde 1868 gegründet. Das Unternehmen ist in den Regionen Emsland, Ostfriesland, Friesland, Ammerland und Oldenburgerland mit 70 Filialen vertreten.

Wechsel an der Spitze

Dass das Leinerstift sich offenbar wieder an einen Betrieb im ehemaligen Dorfladen heranwagt, verwundert zunächst. Seit der Dorfladen schloss, gab es keine nennenswerten Bestrebungen etwas Neues zu versuchen. Allerdings lässt der zeitliche Ablauf vermuten, dass es an der neuen Vereinsspitze liegt, dass es Bewegung gibt.

Bis August 2019 betrieb die Allerhand GmbH im Gebäude nahe der Aral in Mittegroßefehn einen Dorfladen, eine Art kleinen Supermarkt. Dieser wurde vor zwei Jahren überraschend geschlossen, weil sich die Firma in einer finanziellen Schieflage befand. Die Läden wurden ausgeräumt, das Personal entlassen. Und das Leinerstift, dessen Tochterfirma, die Allerhand GmbH ist, musste nach damaligen ON-Recherchen sogar Geld nachschießen, um das Geschäft abzuwickeln. Damals strebte das Leinerstift kein neues Geschäft in dem Gebäude an, das dem Leinerstift gehört.

Ende der unruhigen Zeiten angekündigt

Seitdem hat es aber personelle Veränderungen beim Leinerstift gegeben. An der Spitze gab es einen Wechsel. Seit dem 1. Juli ist Wolfgang Vorwerk neuer pädagogischer Vorstand des Vereins. Der bisherige Interimsvorstand Andre Barghoorn fungiert künftig als kaufmännischer Vorstand. Ihr erklärtes Ziel ist es, wieder für Ruhe zu sorgen.

Wie berichtet war nach Querelen Vorstandsvorsitzender Dietmar Kluin Ende September vom Verwaltungsrat entlassen worden. Das Aufsichtsgremium mit Superintendent Tido Janssen an der Spitze entging daraufhin selbst nur knapp einer Abwahl aus Misstrauensgründen.

Schon 2018 hatte es eine finanzielle Krise gegeben, die zum Aus der Dorfläden in Mittegroßefehn und Strackholt, zur Entlassung von Mitarbeitern und zur Insolvenz der Tochterfirma Allerhand GmbH führte.

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