Brookmerland

Gutachten zu Mängeln an Sportplatz vorgestellt

| | 09.07.2021 19:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Die Sperre für weitere Teile des Sportzentrums in Upgant-Schott wurde aufgehoben. Warum sie galt und wie es weitergehen soll, darum ging es in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz stellte das Gutachten zu den Mängeln am Sportplatz in Upgant-Schott auszugsweise vor. Foto: Thomas Dirks
Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz stellte das Gutachten zu den Mängeln am Sportplatz in Upgant-Schott auszugsweise vor. Foto: Thomas Dirks
Brookmerland – Nach provisorischen Instandsetzungsarbeiten hat die Samtgemeinde weitere Anlagen im Sportzentrum Upgant-Schott freigegeben. Wie Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz am Donnerstag im Bauausschuss sagte, können neben den Fußballfeldern A und B auch wieder die Laufbahn, Kugelstoßringe und die Weitsprunggrube genutzt werden.

Dauerhaft gesperrt bleiben der Wurfkäfig und die Hochsprunganlage. Diese müssten ersetzt werden, erklärte Schwarz unter Berufung auf den Sachverständigen Markus Illgas, dessen Gutachten zu Sicherheitsmängeln Schwarz, wie von der politischen Mehrheit gefordert, vorstellte.

Fußballtore „lebensgefährlich“

„Größter Knackpunkt“ seien die „teilweise lebensgefährlichen“ 40 Jahre alten Fußballtore gewesen, die nicht gegen Umkippen gesichert waren. Als gefährlich eingestuft habe der Gutachter auch zu geringe Sicherheitsabstände zwischen Außenlinien und Toren zu potenziell gefährlichen Werbebanden, Bänken und Betonkanten. Beanstandet wurden zudem der Bewuchs auf den Tennenflächen, darunter die Laufbahn, und „Stolperfallen“ auf Anlaufbahnen.

Als unzureichend habe der Experte den Unterhaltungszustand der Sportanlagen eingestuft. „Wegen Corona sind diese ein Jahr nicht genutzt und somit auch nicht gepflegt worden“, rechtfertigte Schwarz. Nachdem man das Gutachten an den Gemeinde-Unfallversicherungsverband geschickt habe, habe dieser die Samtgemeinde aufgefordert, sämtliche Mängel zu beheben und die Anlage erst dann wieder in Betrieb zu nehmen. Die von der Politik beantragte sofortige Öffnung der Anlage wies Schwarz als widerrechtlich zurück. „Das wäre so strafbar, wie wenn man mit einem Auto, das nicht durch den TÜV kommt, weiterfährt“, erklärte er.

Ratsmehrheit: Endlich Planer beauftragen

Der Wurfkäfig bleibt gesperrt. Er ist abgängig und muss durch einen neuen ersetzt werden. Foto: Thomas Dirks
Der Wurfkäfig bleibt gesperrt. Er ist abgängig und muss durch einen neuen ersetzt werden. Foto: Thomas Dirks
Vertreter der Ratsmehrheit bekräftigten ihren Antrag, sich endlich um ein Planungsbüro zu kümmern, das die beschlossene Sanierung planen und koordinieren soll. Zugleich kritisierten sie erneut, dass die Verwaltung das Gutachten zu den Mängeln seit Mai unter Verschluss gehalten habe. Vize-Verwaltungschef Jochen Behrends wies die Kritik zurück. „Es kann nicht Sinn und Zweck der Übung sein, ein Gutachten wild rauszuschicken“, sagte er. Man habe umgehend reagiert und versucht, den Vereinen schnellstmöglich ihren Sport wieder zu ermöglichen, verteidigte er. „Wir hätten es uns mehr Transparenz gewünscht“, sagte Ida Bienhoff-Topp (BfB). Die Kommunikation stimme nicht, stellte sie fest.

„Kommunikation ist keine Einbahnstraße zwischen Verwaltung und Politik, sondern ein gegenseitiges Respektieren und Achten“, erwiderte Verwaltungschef Gerhard Ihmels (SPD), welcher der Ratsmehrheit vorwarf, kein Interesse an Kooperation zu haben. Behrends sagte, nach den in Upgant-Schott gewonnenen Erkenntnissen zu Gefahrenstellen werde man nun auch andere Sportstätten in der Samtgemeinde auf den Prüfstand stellen müssen.

Verwaltung: Sanierung kommt Neubau gleich

Die Sicherheitsabstände von Toren und Seitenauslinien zu Werbebanden und Betonkanten stimmen inzwischen. Foto: Thomas Dirks
Die Sicherheitsabstände von Toren und Seitenauslinien zu Werbebanden und Betonkanten stimmen inzwischen. Foto: Thomas Dirks
Die von der Ratsmehrheit favorisierte Sanierung des Sportzentrums in Upgant-Schott hält er so für nicht möglich. Die geplante Grundsanierung komme einem Neubau gleich. „Wir haben keinen Altanlagenbonus und keinen Bestandsschutz mehr“, sagte er.

Wie ihm der Landkreis Aurich bestätigt habe, seien neben Baugenehmigungen für den Kunstrasen, die Leichtathletikanlage und die Rasenplatzsanierung auch mehrere Gutachten, unter anderem zu Lärm- und Lichtemissionen, Entwässerung und Bodenbelastungen, erforderlich. Der Belag von Tennenplatz und Laufbahn seien womöglich Sondermüll.

Zur Erinnerung: Die Verwaltung favorisiert statt der Sanierung in Upgant-Schott den rund fünf Millionen Euro teuren Neubau einer Sportstätte in Marienhafe.

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