Aurich
Parkhaus soll vertikal gegliedert werden
Lange war das künftige Parkhaus am Georgswall umstritten. Nun hat der Sanierungsausschuss sich auf eine Gestaltungsvariante festgelegt.
Aurich - Viele Jahre wurde über das Parkhaus, das für den Georgswall geplant ist, debattiert. Jetzt hat sich die Politik für einen von vier Entwürfen des Planungsbüros 3-Ing entschieden. Der Sanierungsausschuss sprach sich für die dritte Variante des Gebäudes aus, bei dem die Fassade durch vertikale Linien gegliedert wird. Im Inneren ergeben sich bei den vier vorgestellten Varianten keine Unterschiede. Die Fassade wird quasi nur vor ein Stahlgerüst gestellt, erklärte Architekt Stephan Zenker im Sanierungsausschuss.
Das Gebäude, das am östlichen Ende des Georgswalls mit direkter Anbindung an die Große Mühlenwallstraße entstehen soll, hat eine Länge von 54 Metern. Die größte Befürchtung der Politik war, dass das Gebäude zu wuchtig werden könnte. Denn zum Georgswall hin wird das neue Parkhaus 8,5 Meter hoch sein, in Richtung der künftigen Kunstschule ist es mit 10,5 Metern noch ein deutliches Stückchen höher.
Grundgerüst ist immer gleich
Angefahrene Pfeiler und böse Kratzer an den Autos soll es so nicht geben können.
Im Gegensatz zu einer Tiefgarage, die noch vor einigen Jahren zu Beginn der Planungen an der Stelle vorgesehen war, benötigt das Parkhaus keine Belüftung durch Ventilatoren. Dafür aber, so die Bedingung der niedersächsischen Garagenverordnung, muss ein Drittel der gesamten Fassade offen sein. Nur so könnten Abgase abziehen. Ein Problem für den Architekten. Denn in Richtung der Osterstraße, zum Gebäude der künftigen Kunstschule, muss zwingend eine Brandmauer entstehen. Das bedeutet, dass die übrigen drei Seiten die Anforderung nach ausreichender Belüftung erfüllen müssen.
Fassadenscheiben gliedern den Bau
Variante zwei ist offener gestaltet. Vier so genannte Fassadenscheiben sollen mit geklinkerten Gittern an die klassische Moderne der 1920er-Jahre erinnern. Das Gebäude wirkt nicht ganz so monolithisch wie bei Variante eins.
Ganz ohne Fassade kommt der vierte Entwurf aus. Bis auf die Treppenhäuser sollte es Rankhilfen für Efeu geben, so dass das Parkhaus begrünt würde. „Das kann sehr schön aussehen“, sagt Zenker. Es biete auch Vorteile für das Mikroklima. Die Befürchtung bei der Politik war allerdings, dass die Pflanzen einige Zeit zum Wachsen benötigen. Bis dahin hätte man ein graues Stahlgestell am Georgswall.
An die Kunstschule anschließen
Erschlossen wird das Parkhaus über die Große Mühlenwallstraße. Die Einmündung des Georgswalls wurde dafür schon vor Jahren ausgebaut. Über eine Durchfahrt können Nutzer des Parkplatzes hinter der Brandkasse dort weiterhin hinfahren. Da nicht das gesamte Baufeld ausgenutzt wird, wäre auch eine Zufahrt neben dem Parkhaus möglich.
Offen ist noch der Anschluss an das Gebäude, in das die Kunstschule und das Machmit-Museum einziehen sollen. Dort gibt es einen denkmalgeschützten Giebel, der erst seit dem Abriss eines Anbaus erst richtig sichtbar ist. Pläne gibt es für den Bereich noch nicht. Klar ist nur, dass das Parkhaus direkt an die künftige Kunstschule anschließen wird.