Ihlow

Ihlower Grüne wollen Jugendpflege auf Prüfstand stellen

Aike Ruhr
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Von Aike Ruhr
| 01.07.2021 08:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Jugendzentrum in Ihlowerfehn. Foto: privat
Das Jugendzentrum in Ihlowerfehn. Foto: privat
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Wird die Jugendpflege in Ihlow den Bedürfnissen der jungen Leute noch gerecht? Diese Frage wollen die Grünen in politischen Gremien diskutieren - und üben indirekt Kritik an einer Person.

Jugendpfleger Erik Heeren steht in der Kritik der Grünen. Archivfoto: Aike Ruhr
Jugendpfleger Erik Heeren steht in der Kritik der Grünen. Archivfoto: Aike Ruhr
Ihlow - Die Ihlower Grünen wollen die Jugendpflege der Gemeinde auf den Prüfstand stellen. Sie erachten es als „angebracht, dass in der Gemeinde über die Neuorganisierung der Jugendpflege diskutiert werden muss“, wie sie in einer Mitteilung schreiben.

Der Grund: In den letzten Monaten habe es im Ortsteil Riepe „verstärkt Probleme mit Jugendlichen gegeben, die sich trotz Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemiein größeren Gruppen an verschiedenen Stellen in Riepe“ versammelt haben sollen, heißt es weiter. In einigen Fällen sollen sich Anwohner beschwert haben und die Polizei habe eingreifen müssen.

Wird die Jugendpflege den Bedürfnissen noch gerecht?

Nun sehen die Grünen es als notwendig an, in der Politik über die Frage zu sprechen, ob die Jugendpflege in der Gemeinde Ihlow den Bedürfnissen der Jugendlichen noch gerecht wird. Deshalb stellten sie einen Antrag, damit über diese Frage in politischen Gremien diskutiert wird. Konkret werfen die Grünen zum einen die Frage auf, wie eine Erreichbarkeit möglichst vieler Jugendlicher in allen Ortschaften ermöglicht werden kann. Zum anderen stellen sie die Frage, ob ein weiterer Standort neben dem Jugendzentrum Ihlowerfehn möglich und notwendig ist und ob die Gemeindejugendpflege aufsuchende Hilfen leisten kann. Und sie wollen zur Diskussion stellen, ob die „konzeptionelle Umsetzung klassischer Streetwork“ leistbar ist.

Gewissermaßen liest sich dieser Antrag auch wie eine Kritik am Gemeindejugendpfleger Erik Heeren (SPD) - und diese weist er weit von sich. Ein Jugendpfleger, der wie er, für etwa 1000 Jugendliche in der Gemeinde Ihlow zuständig sei, könne „niemals überall sein“. Dass es Treffen von jungen Erwachsenen gab, bestreitet Heeren nicht: „Aber das heißt nicht automatisch, dass das auch Jugendliche waren“, sagte Heeren. Er sei für Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren zuständig: „Bei dem Wort Jugendlicher differenzieren viele aber nicht und bezeichnen auch 20-Jährige als Jugendliche“, sagte er.

Jugendpfleger weist Kritik von sich

Und er könne „auch nicht immer und überall sein“, so Heeren. In den Monaten der Coronapandemie habe er überdurchschnittlich viele Beratungsgespräche geführt, bis zu sieben Beratungen pro Woche. Im Vergleich: In normalen Jahren habe Heeren sechs bis sieben Hilfesuchende pro Jahr betreut - über mehrere Termine hinweg. Und betonte in diesem Zusammenhang: „Vieles, das ich mache, sieht man nicht“.

Heeren habe guten Kontakt zu den Jugendlichen in der Gemeinde und habe, gerade auch durch die Kontaktdatenblätter in der Coronazeit, festgestellt, dass die Jugendlichen aus allen Teilen der Gemeinde ins Jugendhaus kämen. Den Bedarf für ein weiteres Jugendzentrum sieht er daher nicht: „Die Jugendlichen sind mobil“, so Heeren. Das gelte aber eben auch für Zusammenkünfte an anderen Orten.

Ihn wundere es nicht, dass sich die Jugendlichen in der Lockdown-Phase alternative Standorte suchten. Und kritisiert: „Man hätte mich auch informieren können darüber, wo die Jugendlichen sich aufhalten und womöglich Schwierigkeiten machen. Dann hätte ich die ja mal aufsuchen können“, so Heeren. Doch, und das kritisiert er: „Mit mir hat noch niemand gesprochen - weder darüber, noch über den Antrag selbst“.

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