Aurich

Hoffnungsschimmer für Auricher Bahnanschluss

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 03.06.2021 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Prellbock kurz nach der Ortseinfahrt Aurich enden bislang die Gleise. Foto: Hermanns
Am Prellbock kurz nach der Ortseinfahrt Aurich enden bislang die Gleise. Foto: Hermanns
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Ein neuer Vorstoß von CDU und SPD in Hannover könnte Aurich die Bahn für den Personenverkehr bringen. Es gilt aber, noch einige Hürden zu überwinden.

Aurich. Für den Personenverkehr auf der Schiene in Aurich gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Denn der Fördertopf des Bundesverkehrsministeriums, aus dem Geld für eine Reaktivierung der Schiene kommen könnte, ist gut gefüllt. Das sagt Wiard Siebels (SPD, MdL) auf ON-Anfrage. „Da liegen Millionen Euro im Topf des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), die nicht abfließen“, so Siebels.

Mit einem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD im Landtag soll nun etwas dafür getan werden, dass das Geld leichter abgerufen werden kann. Davon könnte am Ende auch die Strecke Aurich-Abelitz profitieren.

Gleiche Kriterien – gleiches Ergebnis

Entlang der Emder Straße bis zur Sparkassen-Arena würde wahrscheinlich ein Personenzug fahren. Foto: Hermanns
Entlang der Emder Straße bis zur Sparkassen-Arena würde wahrscheinlich ein Personenzug fahren. Foto: Hermanns
Der Grund dafür, dass keine Mittel bewilligt werden bislang sei, dass bei den so genannten Standardisierten Bewertungsverfahren immer dieselben Ergebnisse herauskommen würden. Eine Strecke wie Aurich-Abelitz falle deshalb immer wieder hinten runter, weil unter dem Strich herauskomme, dass die Strecke sich nicht lohne, so Siebels. Das sei schon beim letzten Versuch 2015 so gewesen. Bei der Nutzen-Kosten-Analyse erhielt das Vorhaben damals nur eine Bewertung von minus 0,72 – erst ab einem Wert von 1,0 gilt ein Großprojekt überhaupt als lohnenswert. Zwei neue Kriterien in diesem Bewertungsverfahren könnten nun dafür sorgen, dass solche Strecken sich doch lohnen könnten. Mit berücksichtigt werden müssten der Klimaschutz und die Stärkung des ländlichen Raumes, so Siebels. Sollten in Berlin diese beiden Kriterien mit aufgenommen werden bei der Vergabe der GVFG-Mittel, könnte das Land Niedersachsen überlegen, wieder ein Reaktivierungsverfahren durchzuführen. „Und dann könnten die Auricher einen neuen Anlauf nehmen“, sagt Siebels. Es sei nur ein winziger Türspalt, an dem auch noch viele „Wenns“ und „Abers“ hängen würden. Aber es sei eine Chance, die man ergreifen müsste.

Wiard Siebels ist überzeugt von der Notwendigkeit des Bahnanschlusses. „Dieses Mittelzentrum braucht die Bahn.“ Das sei für ihn der Grund gewesen, als 15-Jähriger in die SPD einzutreten. Deswegen sei er Gründungsmitglied des Vereins „Ran an die Bahn“. Aber mit der Brechstange könne man den Bahnanschluss nicht erzwingen. Dafür müsse man Gelegenheiten nutzen. Eine solche Gelegenheit habe es 2014/15 gegeben, als Enercon die Bahnstrecke habe ausbauen wollen. Mit der Absage des Konzerns kam auch das Aus für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Eine Gelegenheit könnte sich nun aber wieder ergeben, so Wiard Siebels.

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