Lissabon (dpa)

Nach positivem Corona-Test: Ronaldo fliegt nach Italien

Wurde positiv auf Corona getestet: Cristiano Ronaldo. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Von Nils Bastek und Jan-Uwe Ronneburger, dpa

Der positive Corona-Test von Cristiano Ronaldo wirft viele Fragen auf. Eine davon: Wie lange muss der Superstar nun in Quarantäne bleiben? Vieles bleibt unklar. Zurück nach Turin flog Ronaldo dennoch, wo auch sein ganzes Team wieder in Isolation ist.

Trotz seiner Corona-Quarantäne war Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo von Lissabon in einem Spezialflugzeug mit medizinischer Versorgung nach Italien zurückgeflogen, um dort seine häusliche Isolation fortzusetzen.

In einer Privat-Ambulanz wurde der Kapitän der portugiesischen Nationalelf dann vom Flughafen in Turin nach Hause gefahren. Wie der italienische Rekordmeister mitteilte, hätten die zuständigen Gesundheitsbehörden auf Ersuchen von Ronaldo dem Flug zugestimmt. Der 35-Jährige dürfe nun zehn Tage lang keinen Kontakt zur Mannschaft haben, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa.

Ronaldo hatte sich am Vortag nach einem positiven Coronatest in der Cidade do Futebol in Lissabon isoliert. In Turin ist auch seine gesamte Mannschaft wieder in der Isolation, nachdem sein vom Bundesligisten FC Schalke 04 ausgeliehener Teamkollege Weston McKennie (22) ebenfalls positiv getestet wurde. Zwar sind allen Personen mit einem negativen Test regelmäßige Trainings- und Spielaktivitäten erlaubt, aber keine Kontakte mit Personen außerhalb der Gruppe. Die Spieler und das Personal von Juventus waren bis vergangene Woche im Vereinshotel isoliert, nachdem zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Bei Ronaldo stellt sich vor allem die Frage, wie oder wo er sich infiziert hat. Im Trainingslager der Nationalmannschaft könne es zumindest nicht gewesen sein, meinte Portugals Nationaltrainer Fernando Santos. „Seit Montag sind wir hier völlig eingesperrt. Die Mitarbeiter und Spieler sind reingekommen und sonst niemand“, hatte der Nationalcoach zuvor gesagt. Alle Sicherheitsregeln seien strikt eingehalten worden, sagte Santos. Die anderen Spieler des Teams wurden negativ getestet. Im Nations-League-Spiel gegen Schweden müssen die Portugiesen auf Ronaldo verzichten. Auch im Spiel von Juventus am 17. Oktober in Crotone wird er fehlen. Ob die Begegnung stattfindet, ist offen.

Im schlimmsten Fall könnte Ronaldo nun sogar das direkte Duell mit Lionel Messi verpassen. In zwei Wochen trifft Juventus in der Champions League auf Messis FC Barcelona - und ob das Vorrundenspiel auch zum Gigantentreffen der beiden Superstars wird, steht nicht fest. Denn wie lange der Portugiese ausfällt, blieb zunächst ungeklärt.

Italienische Medien schrieben, dass Ronaldo laut UEFA-Protokoll mindestens sieben Tage vor einem Spiel negativ getestet werden muss. Für das Duell mit Messi am 28. Oktober würde das bedeuten, dass Ronaldo spätestens am 21. Oktober einen Negativtest vorweisen müsste. Demnach könnte Juve ihn auch beim Königsklassen-Auftakt in Kiew nicht einsetzen.

Zudem muss auch das U23-Team des italienischen Rekordmeisters isoliert werden. Grund ist ein positiver Coronatest von Trainer Lamberto Zauli.

Am Mittwochabend lehnte zudem ein Sportrichter den Antrag des SSC Neapel für eine Verschiebung des Spiels gegen Juventus ab und wertete das Duell mit 0:3 und einem Punkt Abzug gegen Neapel. Die Partie der Serie A war ausgefallen, weil Neapel wegen zwei Corona-Fällen nicht anreisen konnte. In Neapel hatten lokale Gesundheitsbehörden dem SSC die Abreise verboten und Quarantäne bestimmt. Die Fußball-Liga hatte kürzlich Krisengesprächen wegen vermehrter Corona-Fälle in der Serie A geführt und festgelegte dass Spiele erst verlegt werden können, wenn einem Club weniger als 13 Profis zur Verfügung stehen oder zehn Corona-Fälle in einer Woche auftreten.

© dpa-infocom, dpa:201014-99-939782/7

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