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Corona-Verordnungen müssen verlässlich sein

Ein DJ bei der Arbeit. Symbolfoto: Pixabay

Ein Kommentar von Matthias Hippen

Lockerungen in der Pandemie sind angesichts stark rückläufiger Infektionszahlen zwingend. Mit heißer Nadel gestrickte Landes-Verordnungen wie bei Diskotheken sind aber ein Problem.

Menschen sitzen vor Cafés und genießen die Sonne, an den Eisdielen bilden sich Schlangen und dazwischen laufen Kunden mit Einkaufstaschen. Der Blick in die Auricher Fußgängerzone erinnerte in dieser Woche daran, was Normalität ist. Die Maskenpflicht unter freiem Himmel gilt weitestgehend nicht mehr. Einkaufen ist wieder möglich, ohne vorab die aktuell gültige Verordnung in der Pandemie studieren zu müssen. Es sind zwingend erforderliche Schritte zurück in Richtung Normalität, auf die viele sehnlichst gewartet haben.

Doch leider vergaloppierte sich die Landesregierung bei ihren Regeln. Am Montag gab es eine Corona-Verordnung für die Öffnung von Diskotheken. Zwei Tage später ging es einen Schritt zurück: Tanzen ja, aber nur mit Mund-Nasen-Schutz vorm Gesicht. Die Frage ist nun, ob Besucher das nicht abschreckt. Es war Anfang der Woche ganz offensichtlich die richtige Entscheidung mancher Disco-Betreiber, Pläne für eine Wiedereröffnung vorsichtiger anzugehen.

Fehlentscheidungen kosten Geld und Glaubwürdigkeit

Ein gewisses Maß an Vorsicht ist in diesen Zeiten sicherlich weiter angebracht. Wir alle dürfen nicht zu übermütig werden, sollten trotz aller Lockerungen weiter aufpassen. Hygiene- und Abstandsregeln müssen weiter eingehalten werden. Das Corona-Infektionsgeschehen in Emden zeigte diese Woche, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Immerhin hat die Stadt seit Freitag wieder einen Inzidenzwert von unter 100. Hoffen wir, dass diese positive Entwicklung weiter anhält.

Beim Blick auf Landesverordnungen kann „Hoffnung“ aber nicht die Devise sein. Von der Landesregierung muss Verlässlichkeit erwartet werden dürfen. Natürlich sind Lockerungen angesichts stark rückläufiger Infektionszahlen erforderlich, Einschränkungen dürfen nicht zum Normalzustand werden. Es ist aber keinem geholfen, wenn mit heißer Nadel Verordnungen verfasst werden, die zwei Tage später schon keinen Bestand mehr haben. Da hätte man in Hannover besser noch eine Nacht drüber schlafen können. Solche Fehlentscheidungen können Unternehmern in ohnehin schwierigen Zeiten bares Geld kosten. Und es kostet die Landesregierung Glaubwürdigkeit.

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