Neustart in Simonswolde  Wie Sand- und Water-Werk aus Dornröschenschlaf geholt wird

| | 22.05.2025 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Diese Ehrenamtlichen wollen das Sand- und Water-Werk Simonswolde aufleben lassen: Lisa Post (von links), Achim Strzyzewski, Friderieke Bach, Gabriele Saathoff und Heike Post. Im Bild fehlt Cornelia de Boer. Foto: Romuald Banik
Diese Ehrenamtlichen wollen das Sand- und Water-Werk Simonswolde aufleben lassen: Lisa Post (von links), Achim Strzyzewski, Friderieke Bach, Gabriele Saathoff und Heike Post. Im Bild fehlt Cornelia de Boer. Foto: Romuald Banik
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Lange tat sich nicht viel beim Abenteuer- und Lernort in Simonswolde. Nun haben sich Engagierte gefunden, die dem Projekt neues Leben einhauchen. Was bereits da ist und was noch wächst.

Ihlow - Froschquaken, Vogelgezwitscher, Wind in den Bäumen: Was im Sand- und Water-Werk so harmonisch wirkt, hat eine unruhige Zeit hinter sich. Nach viel Wirbel um Vorstandswechsel haben sich ein paar engagierte Ehrenamtliche jetzt zusammengefunden. Mit alten Hasen und jungen Gesichtern hat sich ein neuer Vorstand gefunden, der das Sand- und Water-Werk Simonswolde aufleben lassen möchte. Die Ehrenamtlichen haben mit der Redaktion über ein bewährtes Angebot und neue Ideen gesprochen.

Auf dem Gelände wächst bereits in den Hochbeeten roter Kohlrabi, Salat in verschiedenen Varianten und in den Beeten vor dem Spielplatz hat der Rhabarber bereits üppige Blätter ausgebildet. „70 bis 80 Prozent der kleineren Mängel haben wir bereits behoben“, sagt Achim Strzyzewski vom neuen Vorstand. Hinter dem Team, das sich im vergangenen Herbst neu gefunden hat, stecken Heike Post, Gabriele Saathoff, Achim Strzyzewski, Cornelia de Boer, Lisa Post und Friderieke Bach. Es ist eine Mischung aus Mitgliedern, die sich seit Beginn des Sand- und Water-Werks engagiert haben, und neuen Ehrenamtlichen. Als erste Veranstaltung gab es unter der neuen Regie den Heiligabend in der Jurte im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders in Simonswolde. Nun mit dem neuen Jahr haben die Aufräumarbeiten begonnen und das Team ist regelmäßig im Einsatz. Wuchernde Büsche, morsche Holzteile, eine Überprüfung der Spielgeräte – die Liste ist lang.

Schon jetzt steht das Gelände wieder zum Spielen bereit. Foto: Romuald Banik
Schon jetzt steht das Gelände wieder zum Spielen bereit. Foto: Romuald Banik

Fünf Jahre müssen aufgeholt werden

Denn lange hat sich nicht viel getan auf dem Gelände am Bentgrasweg. Die Coronapandemie mit ihren Einschränkungen, der Abschied der langjährigen Vorsitzenden Erika Bongers und der Vorsitzende Wilfried Frerichs, der nur ein Jahr blieb, liegen zurück. In der Zeit blieb vieles auf dem Gelände liegen, erklären die aktuellen Vorstandsmitglieder. „Wir müssen jetzt fünf Jahre aufholen“, sagt Gabriele Saathoff. Der alte Vorstand habe die Arbeit gesehen, aber dann den Wald vor lauter Bäumen nicht, erklärt Strzyzewski. Deswegen sei das Gelände, das sonst Jung und Alt mit verschiedenen Angeboten zusammenbrachte, auf ein Minimum zurückgefahren worden. „Es tat mir in der Seele weh, dass es nicht funktioniert hat“, sagt Heike Post, die das Sand- und Water-Werk nach der Freibadschließung damals mitbegründet hat. So fanden sich die alten Hasen aus den guten Zeiten des Sand- und Water-Werks wieder zusammen, gründeten den neuen Vorstand und fingen an aufzuräumen.

Da wächst etwas Neues: Friderieke Bach kümmert sich um die zahlreichen Beete auf dem Gelände. Foto: Romuald Banik
Da wächst etwas Neues: Friderieke Bach kümmert sich um die zahlreichen Beete auf dem Gelände. Foto: Romuald Banik

Auch Schulen sind eingeladen

Die Spielgeräte sind bereits überprüft, Bäume wurden beschnitten, die Beete unter Regie von Friderieke Bach mit regionalem Gemüse neu bepflanzt. Es hat sich einiges getan. Jetzt sollen nach und nach erste Veranstaltungen und Angebote kommen. Eine Weinprobe für Erwachsene war bereits vergangene Woche ein Erfolg. Für diesen Sonnabend, 24. Mai, ist ein Frauenfrühstück geplant. Jeden ersten Sonntag im Monat wird es bis einschließlich Oktober die Familiensonntage im Sand- und Water-Werk geben.

Aktionen und Unterstützung

Die Familiensonntage finden am 1. Sonntag jeden Monat bis zum Herbst statt. Bis zu den Ferien sind es noch der 1. Juni und der 6. Juli, wo Familien von 13 bis 17 Uhr vorbeischauen können.

Im Ferienprogramm bietet das Team auf dem Gelände freies Spielen für die Kinder an zwei Nachmittagen an. Sowohl am Donnerstag, 17. Juli, 13.30 bis 17 Uhr als auch am Dienstag, 12. August, 13.30 bis 17 Uhr, können sich die Ferienkinder hier austoben.

Schulklassen können sich gerne melden, um das Gelände zu nutzen. Kontakt ist per Mail an sandwaterwerkihlow@gmail.com oder telefonisch bei Heike Post unter (01522) 6245420. Auch Interessierte, die das Werk in einer Form unterstützen möchten, können sich unter den angegebenen Kontaktdaten melden.

Auch die Schulen sollen wieder Gelegenheit haben, das Gelände zu nutzen. Als Lernort und Spiel- sowie Matscherlebnis war das Sand- und Water-Werk lange bekannt. Nun soll es das wieder werden, sagt Gabriele Saathoff. Sie betont gleichzeitig, dass die Ehrenamtlichen mittlerweile vieles alleine stemmen, und auf jede Unterstützung, sei es in Form von Arbeitskraft oder Spenden, angewiesen sind. Alles auf dem Gelände werde ehrenamtlich erledigt. Die 1-Euro-Jobber, die es damals noch gegeben habe, würden derzeit nicht mehr gefunden.

Somit hofft das neue Team nun auf Unterstützung. Friderieke Bach etwa ist so eine neue Ehrenamtliche. Sie sorgt mit regionalem Gemüse dafür, dass die (Hoch-)Beete aktuell voll mit Gemüsepflanzen sind. Bis zu 1000 Jungpflanzen habe sie zwischenzeitlich im Badezimmer gezogen, um sie auf dem Gelände einzupflanzen. Aus der Region stammende Sämereien versucht sie hier ökologisch zu ziehen. Zunächst ist das hier gewonnene Gemüse für den Eigenverzehr da, aber wenn die Ernte genug abwirft, könnte damit vor Ort gekocht werden oder gegen Spende für das Gelände etwas gekauft werden. Die Ideen wachsen derzeit im Simonswoldmer Erlebnisspielplatz. Es fehlt nur noch die Unterstützung als Dünger, damit es wieder zum gewohnten Angebot dort kommen kann.

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