Prozess in Aurich  Riskant überholt – Angeklagte spricht von Paniksituation

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 08.03.2024 09:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Amtsgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
Das Amtsgericht in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs stand eine 21-Jährige vor Gericht. Sie räumte einen Fehler beim Überholen ein, wegen dem ein Mann leicht verletzt wurde. So fiel das Urteil aus.

Aurich - Wegen eines Fahrfehlers fand sich eine 21-Jährige aus Aurich auf der Anklagebank vor dem Amtsgericht in Aurich wieder. Die Frau hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt, mit dem sie wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Körperverletzung 1800 Euro (60 Tagesätze zu je 30 Euro) hätte zahlen sollen. Außerdem hatte sie ihren Führerschein abgeben und ihre Fahrerlaubnis für acht Monate gesperrt werden sollen. Das Verfahren wurde jedoch gegen die Zahlung von 200 Euro an die Verkehrswacht eingestellt.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Angeklagte im Herbst vergangenen Jahres durch ein „riskantes Überholmanöver“ auf der Leerer Landstraße in Schirum einen Unfall verursacht. In der Verhandlung räumte die Fahranfängerin ein, den Überholvorgang falsch eingeschätzt zu haben, verwahrte sich allerdings gegen den Vorwurf, rücksichtslos gefahren zu sein. Sie bedauere den Vorfall sehr, insbesondere, weil sie normalerweise eher defensiv Auto fahre. Sie sei einige Zeit hinter einem Lastwagen gefahren, beide seien mehrfach überholt worden. Dadurch habe sie sich bedrängt gefühlt und darum ebenfalls zum Überholen angesetzt. Erst dann habe sie „entsetzt“ ein entgegenkommendes Auto wahrgenommen und in der „Paniksituation“ versucht, wieder einzuscheren, als sie sich bereits neben dem Lastwagen befunden habe.

Auto landete in Graben

Der Autofahrer hatte nach rechts ausweichen können und war mit seinem Wagen in einem Graben gelandet. Dabei hatte er sich leicht verletzt. Der Lastwagen-Fahrer hatte noch zu bremsen versucht, was ihm bei voller Ladung jedoch misslungen war. Die junge Frau habe seinen Truck touchiert, sei gegen die Leitplanke und anschließend in den Gegenverkehr gefahren, berichtete er. Weil er unverletzt geblieben und am Wagen kein Schaden entstanden war, habe er keine Anzeige erstattet. „Menschen machen ja Fehler“, erklärte er, nach den Gründen befragt.

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