Tierschutz in Emden  Futter für Emder „Mäusefänger“

Marion Bubolz
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Von Marion Bubolz
| 24.04.2023 15:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mareike Pahlow mit einer großzügigen Futterspende für die Werftkatzen. Wer ebenfalls Futter spenden möchte, kann diese am Haupttor abgeben. Fotos: privat
Mareike Pahlow mit einer großzügigen Futterspende für die Werftkatzen. Wer ebenfalls Futter spenden möchte, kann diese am Haupttor abgeben. Fotos: privat
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Auf dem Werftgelände der ehemaligen Nordseewerke leben wilde, kastrierte und registrierte Katzen. Hunger leiden müssen sie nicht, dafür sorgen Helfer und Spender. Einer meinte es besonders gut.

Emden - Noch vor Arbeitsbeginn wird Josefine Frenzel freudig begrüßt. Die 42-Jährige arbeitet bei einem Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Nordseewerke in Emden. Für die Samtpfoten, die um ihre Beine streichen, findet sie liebe Worte. Dann werden die Dosen mit Nassfutter für die Katzen geöffnet, die auf dem Werftgelände leben. So um die 20 dürften es momentan sein, schätzt Mareike Pahlow, die sich ebenfalls um die Tiere kümmert. Aber an einer anderen von den drei offiziellen Futter- und Schlafstellen.

Vor der Kastrationsaktion brachte eine Kätzin diese Welpen zur Welt. Sie wurden in gute Hände vermittelt.
Vor der Kastrationsaktion brachte eine Kätzin diese Welpen zur Welt. Sie wurden in gute Hände vermittelt.

Das Gelände der einstigen Nordseewerke ist ziemlich groß, da braucht es mehrere Stationen. Gefüttert wird aus hygienischen Gründen überwiegend mit Trockenfutter. Insgesamt kümmern sich vier Ehrenamtliche um die Werftkatzen und beobachten die Population. Neuzugänge werden eingefangen und ebenfalls kastriert. „Im Moment haben wir aber keine“, sagt die 37-Jährige.

Mit Hilfe einer Wildtierkamera wird der Bestand kontrolliert.
Mit Hilfe einer Wildtierkamera wird der Bestand kontrolliert.

Verein Katzenfreunde Felix kümmert sich um die Kastration

Dass die Tiere sehr viel Futter benötigen, ist klar. „Der Verein Katzenfreunde Felix ist einer der Hauptsponsoren bezüglich Futter und Kastration“, berichtet Mareike Pahlow, die zwar kein Mitglied, dem Verein aber dennoch sehr verbunden ist. Die Werftarbeiterin war 2019 dabei, als die Katzenfreunde Felix ihre große Fangaktion auf dem Werftgelände starteten, um die Kater und Kätzinnen anschließend zu kastrieren und zu registrieren (wir berichteten). Danach kamen sie zurück auf das Gelände. Mehr als 40 Tiere seien es damals gewesen, erinnert sich Mareike Pahlow. Jetzt ist sie eine von vier Katzenbeauftragten und hat aktuell eine großzügige Menge an gespendetem Trockenfutter entgegengenommen. Die Spende stammt laut den Katzenfreunden Felix von einem ehemaligen Werftarbeiter, der in der Nähe von Lübeck wohnt. Dieser Mitarbeiter hatte im Jahr 2019 die Kastrationsaktion miterlebt und sich spontan entschieden, mehrere der „Halbstarken“ kastrierten Katzen mitzunehmen, um ihnen dort ein schönes Zuhause zu geben. Futterspenden sind immer willkommen und können an Haupttor der Werft abgegeben werden.

Auf dem Werftgelände gibt es drei Stadtionen mit Futter- und Schlafstellen.
Auf dem Werftgelände gibt es drei Stadtionen mit Futter- und Schlafstellen.

Auch sie hat schon Werftkatzen mit nach Hause genommen. Aktuell leben fünf Katzen bei ihr, zwei davon sind Werftkatzen. Das soll aber eine Ausnahme bleiben, denn die Tierliebhaberin will lieber nicht zu viel Nähe zu ihnen aufbauen. Das sei ihr zu emotional, wenn kranke Tiere beispielsweise eingeschläfert werden müssen. „Deshalb habe ich auch keine Namen für sie“, so die 37-Jährige.

Eine der insgesamt drei offiziellen Futterstellen..
Eine der insgesamt drei offiziellen Futterstellen..

Emderin nennt ihre Schützlinge beim Namen

Josefine Frenzel liebt Katzen ebenfalls sehr. Sie hat eine zuhause und nennt ihre Schützlinge auf der Werft beim Namen. Wenn die Emderin Urlaub hat, werden die Samtpfoten von einem Kollegen versorgt. „Für die Zeit bringe ich das Futter mit“, sagt sie. Selbst Weihnachten, wenn Werfturlaub ist, kümmert sie sich zwischendurch um die Tiere. Soweit sie sich erinnern kann, gehören die Katzen zum Inventar der Werft – und das seit einer gefühlten Ewigkeit. „Ich weiß, dass sie früher als Ratten- und Mäusefänger auf dem Gelände gehalten wurden“, ergänzt die 42-Jährige. Versorgt wurden sie mit Essensresten. Aber irgendwann ging es der Population nicht mehr gut. Die Tiere vermehrten sich und wurden krank.

Deswegen die Fangaktion 2019, die die Katzenfreunde Felix bis März 2020 beschäftigte.

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