Schulentwicklung  Fehntjer Grundschulen trotzen düsteren Prophezeiungen

Heino Hermanns
|
Von Heino Hermanns
| 19.01.2023 09:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Lehrerzimmer der Grundschule Mittegroßefehn soll auf die doppelte Größe anwachsen. Foto: Romuald Banik
Das Lehrerzimmer der Grundschule Mittegroßefehn soll auf die doppelte Größe anwachsen. Foto: Romuald Banik
Artikel teilen:

Vor knapp neun Jahren machte Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau erschreckende Vorhersagen. Die Hälfte der Grundschüler würde verloren gehen. In Großefehn ist das nicht eingetreten.

Großefehn - Düster sah die Zukunft der meisten Grundschulen im Landkreis Aurich vor knapp neun Jahren aus. Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau (Biregio, Bonn) hatte sich die Schullandschaft im Landkreis Aurich angeschaut und war zu einem verheerenden Schluss gekommen: „Zwischen den Jahren 2000 und 2020 verlieren wir die Hälfte der Grundschüler“, sagte er im Kreisschulausschuss im Juli 2014. Fusionen von Grundschulen seien nötig, um die Versorgung an Lehrkräften und sinnvollen Unterricht weiterhin zu ermöglichen.

In Großefehn stellte Krämer-Mandeau damals die Grundschule Spetzerfehn in Frage. Sie könnte mit der rund fünf Kilometer entfernten Wiesmoorer Grundschule am Ottermeer zusammengelegt werden.

Fast durchgehend zweizügig

Schon damals waren sowohl die Fehntjer Politik als auch die Gemeindeverwaltung unter dem damaligen Bürgermeister Olaf Meinen skeptisch. Eine der vier Grundschulen der Gemeinde Großefehn aufgeben? Ein Gedanke, mit dem sich niemand anfreunden konnte.

Zu Recht, wie die jüngsten Zahlen zeigen, die Fachbereichsleiter Frank Cramer in einem Pressegespräch präsentierte. „Wir sind in allen Grundschulen konstant zweizügig.“ Ausnahmen seien nur der erste und vierte Jahrgang der Grundschule Mittegroßefehn. In den beiden Jahrgängen gebe es nur jeweils eine Klasse.

Kein Investitionsstau in den Schulen

Zwar gebe es seit dem Sommer mit 466 Schülern 30 weniger als im Schuljahr zuvor. Dennoch verzeichne die Gemeinde Großefehn insgesamt steigende Schülerzahlen. In die ersten Klassen wurden im Sommer 105 Kinder eingeschult, und die KGS Großefehn besuchten derzeit 787 Jugendliche.

Deswegen werde die Gemeinde auch weiterhin in die Schulen investieren, so Cramer. „Wir haben keinen Investitionsstau, weil regelmäßig Hand angelegt wird.“ So auch im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden 385.000 für die Grundschulen und 35.000 Euro für die KGS Großefehn ausgegeben. In Strackholt wurde ein Klassenraum saniert, an der Grundschule Holtrop gab es einen neuen Sonnenschutz. Außerdem wurden dort das Dachgeschoss ausgebaut und der Schulhof neu gestaltet. In Spetzerfehn wurden Betreuungs- und Differenzierungsräume erweitert, und die Grundschule Mittegroßefehn erhielt eine Kletter- und Spielturmanlage. An der KGS Großefehn wurden die Bodenbeläge in sechs Klassenräumen saniert.

Millionen-Invest in diesem Jahr

Auch in diesem Jahr wird weiter Geld ausgegeben. Dabei ist der größte Brocken mit 3,5 Millionen Euro der Anbau für die KGS Großefehn. Aber auch an den Grundschulen wird in diesem Jahr wieder gebaut.

Doppelt so groß soll das Lehrerzimmer der Grundschule Mittegroßefehn werden. Denn in den vergangenen Jahren sind laut Cramer zwar keine zusätzlichen Lehrer an die Schule gekommen. Dafür gebe es nun aber Schulbegleiter und Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes, die auch Platz benötigen würden. Für das Vorhaben sind 135.000 Euro vorgesehen.

An der Grundschule Strackholt soll in diesem Jahr der Schulhof umgestaltet werden. Unter anderem soll es eine Fußballfläche geben. Rund 50.000 Euro sollen dafür ausgegeben werden. Fahrradständer an der Grundschule Holtrop, ein neuer Bodenbelag im Verwaltungstrakt in Spetzerfehn und die Sanierung des Lehrerbüros in der KGS Großefehn runden das Investitionsprogramm an den Fehntjer Schulen in diesem Jahr ab. Auf diese Weise ist dann wahrscheinlich auch sichergestellt, dass auch in den kommenden Jahren keine Grundschulen zugunsten von Nachbarkommunen aufgegeben werden müssen.

Ähnliche Artikel