Flüchtlingshilfe im Kreis Aurich  Verwaltung sucht unzählige Betreuer

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 24.07.2022 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Von der polnischen Grenze aus, hier der Grenzübergang Medyka, machen sich immer mehr Ukrainer auf den Weg in den Westen. Foto: DPA
Von der polnischen Grenze aus, hier der Grenzübergang Medyka, machen sich immer mehr Ukrainer auf den Weg in den Westen. Foto: DPA
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Es ist ungewiss, wie viele Flüchtlinge vor allem aus der Ukraine in den Kreis Aurich kommen werden. Die Verwaltung rechnet mit Tausenden, die betreut werden müssen.

Aurich - Nicht abzuschätzen ist derzeit, wie viele Flüchtlinge den Landkreis Aurich in den kommenden Monaten erreichen. Deswegen will die Kreisverwaltung nun auch fast die komplette ehemalige Auricher Blücherkaserne als Unterkunft nutzen. Bis zu 1300 Menschen könnten dort unbefristet leben. Das bringt neue Probleme: Denn die Menschen müssen vor Ort auch betreut werden. Doch Personal dafür ist Mangelware.

Das betonte Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert kürzlich in einem Pressegespräch. „Der Arbeitsmarkt ist leer.“ Es falle schwer, Betreuer zu bekommen. Momentan werde viel über die Kreisvolkshochschule geregelt, so Puchert. Es werde auch mit dem Jobcenter des Landkreises zusammengearbeitet. Es sei aber klar, dass nur auf diese Weise der Bedarf nicht gedeckt werden könne. Denn pro Woche kämen momentan im Schnitt 80 neue Flüchtlinge im Kreisgebiet an. Diese würden auch vor Ort bleiben.

Bislang regelt die KVHS die Betreuung

Die Dimensionen macht Kreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Nachfrage deutlich. „Es werden so viele Helfer wie nur möglich gesucht, da die Anzahl der Flüchtlinge, die noch hier ankommen wird, nicht eingeschätzt werden kann.“ Denn nicht nur die Menschen in den Großunterkünften, auch jene, die dezentral in Wohnungen untergebracht sind, sollen betreut werden.

Momentan würden etwa 50 Mitarbeiter der KVHS eingesetzt. Diese kämen unter anderem aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea, Albanien, Deutschland, der Ukraine und Georgien.

Runder Tisch bindet Ehrenamtliche mit ein

Helfer werden für die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche gesucht. Dolmetscher, Verwaltungskräfte, Dozenten, Hilfsarbeiter oder Fahrer sind darunter. Das Sprachniveau sollte mindestens bei den Sprachstufen A2, B1 oder besser liegen. Nötig sei auch auf jeden Fall Empathie, die alle Helfer bei der Flüchtlingsarbeit mitbringen sollten.

Die KVHS hat laut Neumayer bereits drei Anlaufstellen eingerichtet, die sowohl durch Angestellte als auch durch Ehrenamtliche besetzt werden. Es sei Informations- und Werbematerial produziert worden. Momentan seien dort zwölf Mitarbeiter tätig. Eingerichtet worden sei auch ein Runder Tisch, um ehrenamtliche Helfer einzubinden.

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