Aurich
Badesee: Defizit soll mit höheren Gebühren bekämpft werden
Ein großes und im Augenblick kostenloses Angebot gibt es am Badesee Tannenhausen. Das könnte sich ändern. Und auch an einer weiteren Stelle könnte das Vergnügen bald mehr kosten.
Aurich - Kein Eintritt, das Parken kostet pro Tag nur zwei Euro – für Auricher und Urlauber ist der Badesee Tannenhausen bislang ein günstiges Vergnügen. Das könnte sich aber bald ändern. Die Politik denkt angesichts knapper Kassen über die Erhöhung der Parkgebühren sowie erneut über ein Eintrittsgeld zum Badesee nach. Das ist das Ergebnis einer Diskussion im Wirtschaftsausschuss der Stadt am Donnerstagabend. Denn mindestens 270.000 Euro beträgt das Defizit des Badesees Tannenhausen jährlich im städtischen Haushalt – Tendenz steigend.
Artur Mannott (CDU) richtete im Wirtschaftsausschuss bei den Haushaltsberatungen den Blick auf den Badesee Tannenhausen. Er forderte ein Eintrittsgeld für den See, an dem den Besuchern einiges geboten werde. Nicht zum ersten Mal stellte Mannott diese Forderung auf. Schon bei den Haushaltsberatungen 2018 hatte er vorgeschlagen, für die Nutzung des Badesees und der Anlagen Geld zu nehmen. Damals war CDU-Fraktionschef Arnold Gossel zurückgerudert. Die Äußerungen seines Fraktionsmitgliedes Artur Mannott seien entweder nicht so gemeint oder nicht ganz zu Ende gedacht gewesen, sagte Gossel 2018.
Eintrittskarten könnten am Automaten gelöst werden
Nun hat Mannott offenbar intensiv weiter über seine Idee nachgedacht. Er kündigte an, ein Konzept für das Eintreiben der Gebühren zu präsentieren. Dabei werde kein Personal zum Beispiel für ein Kassenhäuschen benötigt. Auch das Café sowie die Wakeboardanlage „Northbound“ würden weiter ohne Eintrittsgebühr erreichbar sein. Ins Detail wollte Mannott am Donnerstag nicht gehen. Nur so viel: Statt mit Personal könnten Eintrittsgebühren für den See auch über Automaten eingezogen werden. Widerstand gegen Eintrittskarten am Badesee kam von den Grünen und der Linkspartei.
Bürgermeister Horst Feddermann zeigte sich ebenfalls skeptisch bei diesem Thema. Er gab jedoch Mannott Recht bei der Feststellung, dass das Defizit des Badesees immer weiter anwachse. Der Grund dafür seien die Investitionen der vergangenen Jahre, so Feddermann. „Wir haben uns sehr viel gegönnt dort.“ Es gebe am Badesee viel Infrastruktur und in der Folge davon auch hohe Risiken für die Besucher. Deswegen müsse die DLRG für die Badeaufsicht engagiert werden, und deswegen sorge auch ein Hausmeister am See für die Sicherheit der Gäste. Das sei eine Forderung des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes. Fast alle Kosten des Badesees entständen durch die Maßnahmen für die Sicherheit der Besucher. „Ich glaube kaum, dass es da Sparpotential gibt.“
Anheben der Parkgebühren ist wahrscheinlich
Wahrscheinlicher ist, dass sich ein anderer Vorschlag durchsetzt: Die Parkgebühren könnten in Tannenhausen erhöht werden. Den Vorschlag machte Hermann Gossel (CDU). Momentan sind höchstens zwei Euro pro Tag fällig. Ein Anheben der Gebühren hätte zwei Auswirkungen, so Gossel. Zum einen würde die Stadtkasse entlastet werden, zum anderen wäre es ökologisch. „Die Leute würden animiert, mit dem Rad zum Badesee zu fahren.“ Eine Argumentation, die Gila Altmann (Grüne) unterstützte. Auch Udo Haßbargen (SPD) kann sich mit einer Anhebung der Parkgebühren am See anfreunden. „Im Urlaub zahlt man anderswo schon mal 14 Euro pro Tag.“ Altmann bat die Verwaltung darzustellen, was eine Anhebung auf drei und auf vier Euro täglich bringen würde. Aufgestellt wurden die Parkautomaten am Badesee im Jahr 2018. Damals rechnete die Verwaltung mit Einnahmen in Höhe von 70.000 Euro jährlich.