AfD-Jugend Weidel und Chrupalla kritisieren Blockaden in Gießen
Nach Protesten in Gießen am Rande der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation beginnt das Treffen mit deutlicher Verspätung. Die Parteichefs äußern sich auch zu Angriffen.
Die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla haben Blockaden und Gewalt rund um den Gründungskongress zur neuen Jugendorganisation ihrer Partei kritisiert. Im Land laufe einiges schief, sagte Chrupalla zum Auftakt des Kongresses in Gießen. Dass es nicht möglich sei, gewaltfrei zu einer Veranstaltung zu kommen, werde man parlamentarisch auswerten, kündigte er an.
Weidel sagte, vor dieser Gewaltbereitschaft müsse man sich regelrecht fürchten und wandte sich an AfD-Gegner: „Rüstet also ab und lasst die Andersdenkenden stehen!“ Ort der politischen Auseinandersetzung seien die Parlamente. Nach Weidels Angaben wurde am Rande der Proteste der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt „zusammengeschlagen“.
Der Bundestagsabgeordnete selbst bestätigte der dpa einen Angriff. Er sei nach dem Abstellen des Autos in der Nähe der Halle von rund 20 Leuten angegriffen worden. Die „Junge Freiheit“ postete bei X ein Video, das den Vorfall zeigen soll. Dieses sei authentisch, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Blaue und rote Flecken auf Nase und Jochbein seien Folgen des Angriffs. Er sprach von einer neuen Qualität der Konfrontation. Das sei das Resultat, wenn man bewusst aus dem demokratischen Spektrum herausgedrängt werde.
Die Polizei sagte, ein AfD-Bundestagsabgeordneter sei in Heuchelheim, einer Nachbargemeinde von Gießen, verletzt und der mutmaßliche Täter festgenommen worden. Die Ermittlungen liefen. Weitere Details und den Namen des Betroffenen nannte die Polizei nicht.