Zählaktion Wintervögel in Deutschlands Gärten machen sich rar

dpa
|
Von dpa
| 25.01.2023 19:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Eichelhäher (Garrulus glandarius) hält in einem Garten in Hamburg eine Erdnuss in seinem Schnabel. Foto: Georg Wendt/dpa
Ein Eichelhäher (Garrulus glandarius) hält in einem Garten in Hamburg eine Erdnuss in seinem Schnabel. Foto: Georg Wendt/dpa
Artikel teilen:

Jährlich lässt der Nabu die Wintervögel in Deutschland zählen. Diesmal gab es nicht nur deutlich weniger freiwillige Zähler. Auch viele Vögel werden seltener gesichtet.

Bei der „Stunde der Wintervögel“ 2023 sind in diesem Jahr deutlich weniger Vögel gesichtet worden, als üblich. 2,3 Millionen Vögel hätten sich den Beobachtern im Garten, im Park, vor dem Balkon oder vor dem Fenster gezeigt, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Mittwoch als Ergebnis seiner Zählaktion Anfang Januar mit. Auf den ersten drei Plätzen lagen wie schon in den Vorjahren der Haussperling, die Kohlmeise und die Blaumeise, gefolgt von Amsel, Feldsperling, Elster und Buchfink.

Im Durchschnitt sichteten die Freiwilligen zwischen dem 6. und 8. Januar 33,4 Vögel pro Zählpunkt. 2022 waren es noch durchschnittlich 35,5 Stück. „Der bisher eher milde Winter hat dafür gesorgt, dass typische Wintergäste aus Nord- und Osteuropa, wie der Bergfink, vermutlich in ihren Brutgebieten geblieben sind und sich den energiezehrenden Zug gespart haben“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Zudem seien weniger Vögel an die Futterstellen gekommen, als im Vorjahr, da sie in der Natur derzeit genügend Nahrung fänden.

Eichelhäher so selten wie nie

So wurde der Eichelhäher mit durchschnittlich 0,35 Exemplaren pro Garten so selten gesichtet, wie noch nie. In der Vergangenheit seien es im Schnitt 0,56 Eichelhäher pro Garten gewesen. Der Nabu vermutet als Grund das vergangene Mastjahr der Bäume. „Durch die große Fülle an Baumfrüchten bleiben die Vögel eher im Wald und kommen seltener in die Siedlungen“, erklärte Miller. Ähnliches gelte für andere Waldvögel wie Buchfink, Buntspecht und Kernbeißer.

„Es ist zunächst einmal nicht problematisch, wenn weniger Vögel in die Gärten kommen“, berichtete Miller. Allerdings gebe es Mastjahre in immer kürzeren Abständen, vermutlich aufgrund der Klimakrise. „Das kann die Bäume auszehren und so auf lange Sicht auch zum Problem für unsere Vogelbestände werden.“

Nicht nur die Vögel waren in diesem Jahr weniger, sondern auch die freiwilligen Beobachter: 2023 haben sich rund 99.000 Menschen beteiligt, 2022 waren es mehr als 176.000. Oft zählen mehrere Menschen gemeinsam an einem Punkt.

Erste noch unvollständige Ergebnisse der Zählaktion hatte der Nabu bereits am 11. Januar vorgestellt. Vom 12. bis 14. Mai gibt es dann die „Stunde der Gartenvögel“.