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Aurich

AfD: Schulschwänzen als Demo getarnt

Schüler demonstrieren für den Klimaschutz. Für den heutigen Freitag ist auch in Aurich eine Demo angekündigt – die AfD Ostfriesland hat dafür wenig Verständnis. Foto: DPA

Von Matthias Hippen

Prof. Dr. Reiner Osbild, Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Ostfriesland, bezweifelt, dass Schüler „ein so komplexes Phänomen wie den Klimawandel begreifen“.

Aurich/Ostfriesland. Für ihn ist es „angekündigtes Schulschwänzen, welches als Klima-Demo getarnt ist“. Der Kreisverband Ostfriesland der AfD zeigt in einer Mitteilung vom Donnerstag Unverständnis für die „Fridays für Future“-Demonstrationen von Schülern, die für diesen Freitag auch in Aurich angekündigt sind. Laut Prof. Dr. Reiner Osbild, Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Ostfriesland, „fehlt es an Wissen, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit“.

Kritik übt Osbild am Wissensstand der Schüler: „Ob genau diese Schüler in der Lage sind, ein so komplexes Phänomen wie den Klimawandel zu begreifen, das bezweifeln wir von der AfD zutiefst.“ Denn: „Deutsche Schüler, niedersächsische besonders, und damit auch die aus Ostfriesland, beweisen bei internationalen Vergleichen regelmäßig ihre Mittelmäßigkeit, gerade auch in Mathematik und Naturwissenschaften.“ Darüber hinaus würden Ausbilder und Hochschulen zunehmend einen rapiden Verfall grundlegender Fähigkeiten wie Kopfrechnen, Rechtschreibung oder Prozentrechnen beklagen.

Greta Thunberg sei ein „grandioses Publicity-Produkt“

Auch die Glaubwürdigkeit zweifelt Osbild an. Nach Meinung der AfD könne man Demos auch in schulfreien Stunden abhalten, etwa an Sonnabenden. Und dann gibt er Tipps, was man für das Klima tun könnte: „Etwa bis Jahresende aufs Smartphone verzichten. Oder nicht in Urlaub fahren. Oder keine Markenklamotten tragen, die allzu oft vom anderen Ende der Welt herangekarrt werden.“

Deutliche Worte findet Osbild auch für Greta Thunberg, die am Donnerstag für den Friedensnobelpreis nominiert worden ist. In der Mitteilung heißt es: „Wenn eine Figur wie ,Greta‘ dann noch als Vorbild gilt, wird das ganze zur Farce.“ Greta sei ein „grandioses Publicity-Produkt“. Sie werde, vergleichbar mit Kindern in der Werbung, letztendlich missbraucht von nichtstaatlichen Organisationen (NGO’s) „und – womöglich – ihren eigenen Eltern, um Ruhm und Geld zu scheffeln“. Die Medien würden zu dieser „sprichwörtlichen Infantilisierung der Politik beitragen“, indem sie Greta anstatt gestandene Experten zu Wort kommen ließen. Oder wie Osbild es weiter formuliert: „Frei nach dem neu-grünen Motto: Nichts wissen, aber über alles reden.“

Das Schema der Schülerdemos ist laut AfD-Mitteilung „ein übliches in unserer Zeit: zu fordern, die anderen“ müssten was tun“. Osbild fragt mit Blick auf die Schüler: „Spüren sie nicht die Vereinnahmung durch die politisch führende Klasse?“ Wenn die Demos nach AfD-Auffassung „überhaupt zu etwas gut sein können, dann dafür: Dass sich Schüler bewusst werden, dass sie selber instrumentalisiert werden und vor den Karren derer gespannt werden, die mit ihrer bisherigen Klimapolitik weltweit einsam auf weiter Flur stehen“.

Frank Reuß 15.03.2019
07:31 Uhr
Ich würde jetzt mal bezweifeln, dass AFD die Tragweite der Demokratie bewusst Ist!
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